Corona-Laptops am Ende: Milliardenkosten – 500.000 IT-Geräte an Schulen müssen getauscht werden

Längst Standard: An fast allen Schulen wir mit Tablets gearbeitet. Doch die Geräte halten nicht ewig.
Friso Gentsch/dpa- Kommunen in Baden-Württemberg müssen viele Schulgeräte ersetzen – rund 500.000 stehen an.
- Die Corona-Förderungen ermöglichten Anschaffungen, doch die Nutzungszeit endet nach 4–5 Jahren.
- Der Städtetag warnt: Für Austausch und individuelle Geräte wird ein Milliardenbetrag nötig.
- Ein „Digitalpakt 2.0“ ist in Verhandlung: Erwartet werden bis zu 346 Mio. Euro, doch das reicht nicht.
- Viele Städte sparen wegen Wirtschaftsflaute, weshalb Bund und Land erneut helfen müssten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg müssen in den nächsten Jahren massiv in digitale Geräte für Schulen investieren. Das geht aus einem internen Rundschreiben des Städtetags hervor, das unserer Zeitung vorliegt. „Die nächsten Jahre werden stark vom Austausch der ca. 500.000 Geräte an den Schulen geprägt sein, die insbesondere durch Sonderförderungen im Zuge der Corona-Pandemie durch Bund und Land finanziert wurden“, heißt es in dem Papier. Zudem werde sich die „Entwicklung zu individuellen digitalen Geräten für Lehrkräfte und Schülerschaft fortsetzen“.
In Baden-Württemberg gibt es etwa 1,6 Millionen Schüler und rund 130.000 Lehrkräfte, davon besuchen rund 90 Prozent öffentliche Schulen. „Deren Ausstattung erfordert einen Milliardenbetrag.“ Viele Kommunen dürfte dies überfordern. Wegen der anhaltenden Wirtschaftsflaute, besonders in der Autoindustrie, tun sich immer mehr Gemeinden und Städte schwer, rechtskonforme Haushalte vorzulegen. Vielerorts gibt es harte Sparvorgaben.
Hunderttausende Laptops und Tablets
In dieser Situation erreichen nun hunderttausende Laptops, Tablets und Computer, die während der Corona-Pandemie angeschafft wurden, das Ende ihrer Nutzungsdauer. Diese liegt meist bei etwa vier bis fünf Jahren. Wenn die Schulen den aktuellen Grad der Digitalisierung auch nur halten möchten, müssen sie hoffen, dass – wie in den vergangenen Jahren – Bund und Land mit Finanzhilfen einspringen. Doch auch deren Haushaltslagen sind angespannt.
Noch in der Verhandlung steckt ein eigentlich seit Monaten im Grundsatz beschlossener „Digitalpakt 2.0“. Baden-Württemberg kann daraus voraussichtlich mit bis zu 346 Millionen Euro rechnen. Das genüge aber nicht, heißt es vom Städtetag. „Das reicht nicht. Wir brauchen eigentlich einen Milliardenbetrag allein für den nötigen Austausch von Altgeräten“, sagt Norbert Brugger, Bildungsexperte des Städtetags.


Die digitale Ausstattung der Schulen überfordert Kommunen. Es ist Zeit für eine langfristig tragfähige Lösung.