Chip-Krise: Nach Bosch droht nun auch bei ZF Kurzarbeit

Betroffen sind vor allem Produktionsbereiche, die mit der Fertigung elektronischer Komponenten befasst sind.
Felix Kästle/dpa- ZF bereitet sich wegen Chip-Lieferengpässen auf Kurzarbeit an einzelnen Standorten vor.
- Betroffen sind Produktionsbereiche für elektronische Komponenten, u. a. Bremssteuerungen.
- Ursache: Lieferprobleme beim niederländischen Chiphersteller Nexperia aufgrund eines Exportstopps Chinas.
- Zuvor hatte bereits Bosch in Salzgitter für über 1000 Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt.
- ZF hofft auf politische Lösungen und eine Wiederaufnahme der Chip-Lieferungen aus China.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wegen Chip-Lieferengpässen muss der Autozulieferer ZF möglicherweise Teile seiner Belegschaft in Kurzarbeit schicken. „Aufgrund der dynamischen Lage bereiten wir uns vorsorglich an einzelnen Standorten auf Kurzarbeit vor“, teilte ein Unternehmenssprecher in Friedrichshafen am Bodensee mit. Hintergrund sind demnach Lieferprobleme beim niederländischen Chiphersteller Nexperia. Zuvor hatten die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und der SWR darüber berichtet.
Die Zahl der betroffenen Beschäftigten sei „noch überschaubar“, hieß es. Betroffen sind vor allem Produktionsbereiche, die mit der Fertigung elektronischer Komponenten befasst sind. Die Chips sind unter anderem bei Steuerungen für Bremsen verbaut. Wie viele Mitarbeiter von Kurzarbeit betroffen seien, hänge davon ab, wie schnell Chip-Nachschub komme und lasse sich daher aktuell noch nicht abschätzen, so der Sprecher.
Hoffen auf Chip-Nachschub
Der weltweite Mangel an Elektronikbauteilen aus China setzt viele Autohersteller und Zulieferer unter Druck. Zuvor musste der weltgrößte Autozulieferer Bosch wegen ausbleibender Chip-Lieferungen am Standort Salzgitter in Niedersachsen für mehr als 1000 Mitarbeiter Kurzarbeit beantragen. „Wir begrüßen, dass offensichtlich Bewegung in die politischen Gespräche kommt und Exportlockerungen für Nexperia-Chips aus chinesischer Fertigung im Raum stehen“, heißt es bei ZF. Unklar sei, in welchem Umfang und welcher Geschwindigkeit die Belieferung aus China wieder anlaufen könnte. ZF zählt ebenfalls zu den größten Automobilzulieferern weltweit.
Nexperia hatte nach Angaben aus der Autoindustrie vor drei Wochen mitgeteilt, dass das Unternehmen die Belieferung der Automobilzulieferkette mit seinen Chips nicht mehr in Gänze gewährleisten kann. Hintergrund ist eine Entscheidung der niederländischen Regierung: Sie stellte Nexperia, das zum chinesischen Konzern Wingtech gehört, Ende September unter ihre Kontrolle. Peking belegte Nexperia-Produkte Anfang Oktober daraufhin mit einem Exportstopp. In China werden Nexperia-Vorprodukte weiterverarbeitet.
Das Unternehmen ist ein wichtiger weltweiter Großlieferant von Halbleitern, die beispielsweise häufig in elektronischen Steuergeräten von Fahrzeugelektroniksystemen zum Einsatz kommen.
