BSW in Baden-Württemberg
: Wagenknecht-Partei gründet Landesverband in BW

Nur rund 60 Mitglieder hat das Bündnis Sahra Wagenknecht bislang im Südwesten – und nun auch offiziell einen Landesverband. Die Reutlinger Bundestagsabgeordnete Jessica Tatti führt das Bündnis an.
Von
dpa
Stuttgart
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BSW Landesverband Baden-Württemberg: 20.10.2024, Baden-Württemberg, Stuttgart: Die Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) Baden-Württemberg Landesvorsitzenden Jessica Tatti und Manfred Hentz geben nach ihrer Wahl ein Pressestatement. Das Bündnis Sahra Wagenknecht ist nun auch mit einem Landesverband in Baden-Württemberg vertreten. Foto: Christoph Schmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Jessica Tatti und Manfred Hentz bilden den neuen Landesvorsitzenden des BSW.

Christoph Schmidt/dpa
  • Bündnis Sahra Wagenknecht gründet Landesverband in Baden-Württemberg mit 60 Mitgliedern.
  • Jessica Tatti und Manfred Hentz kandidieren für den Landesvorsitz.
  • Parteigründerin Wagenknecht war bei der Gründung nicht anwesend.
  • BSW hat landesweit 60 Mitglieder und 2.200 Unterstützer.
  • BSW kam in einer Umfrage auf fünf Prozent und könnte ins Parlament einziehen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Bündnis Sahra Wagenknecht ist nun auch mit einem Landesverband in Baden-Württemberg vertreten. Die anwesenden knapp 60 Mitglieder der Partei im Südwesten stimmten der Gründung in Stuttgart einstimmig zu. Der Landesverband in Baden-Württemberg ist der Partei zufolge der zwölfte bundesweit.

Geführt wird der Landesverband von einer Doppelspitze aus der Reutlinger Bundestagsabgeordneten Jessica Tatti und dem Mosbacher Hochschulprofessor Manfred Hentz. Tatti erhielt nach Parteiangaben 100 Prozent der Stimmen. Hentz wurde den Angaben zufolge mit 94,4 Prozent gewählt. Medienvertreter waren bei der Wahl ausgeschlossen.

Mietpreise, Elektromobilität und Migrationspolitik

Tatti ist seit 2017 Bundestagsabgeordnete und war bis zu ihrem Austritt vor knapp einem Jahr Mitglied der Linkspartei. Hentz ist Wirtschaftsingenieur und arbeitet als Professor für Industrie-Management an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis). Er war zuvor Mitglied der SPD und organisierte den BSW-Europawahlkampf in der Region Karlsruhe.

„Wir treten an, um die Politik in Deutschland zu verändern“, sagte Tatti bei der Versammlung. Als Themen der neuen Partei nannte die Bundestagsabgeordnete unter anderem eine Aufarbeitung der Corona-Politik, die Ablehnung der Stationierung amerikanischer Raketen sowie hohe Lebensmittel- und Mietpreise.

Ein weiteres Thema für die Partei ist auch die Elektromobilität. „Gerade in Baden-Württemberg, wo wir eine starke Industrie haben, halte ich es für einen schweren Fehler, in Deutschland und Europa einseitig auf die Elektromobilität zu setzen“, sagte Tatti. Man brauche mehr Investitionen in die Erforschung von E-Fuels oder Wasserstofftechnologie. „Das wäre sinnvoller, als faktische Entwicklungsverbote auszusprechen.“

BSW Landesverband Baden-Württemberg

Knapp 60 Mitglieder hat das BSW in Baden-Württemberg bislang.

Christoph Schmidt/dpa

In der Migrationspolitik will der Landesverband auf einen strengen Kurs setzen. „Wir wollen die Zuwanderung begrenzen und sie auf schutzbedürftige Menschen konzentrieren“, sagte Tatti. Mit Blick auf den Fachkräftemangel müsse vor allem versucht werden, Menschen, die bereits in Deutschland seien, in Arbeit zu bringen, sagte Co-Landeschef Hentz. „Wir haben kein Delta bei den Menschen selbst, wir haben zu wenige Menschen in Arbeit gebracht, etwa ukrainische Flüchtlinge“, sagte er.

BSW würde Sprung in den Landtag schaffen

Die Partei hat im Südwesten nach eigenen Angaben rund 60 stimmberechtigte Mitglieder. Hinzu kämen 2.200 registrierte Unterstützer ohne Mitgliedsrechte. Der Landesverband in Baden-Württemberg ist der Partei zufolge der zwölfte bundesweit. Stand jetzt hätte die Partei Chancen, bei der nächsten Landtagswahl ins Parlament einzuziehen. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap kam das BSW jüngst auf fünf Prozent.