Blackout im Schwarzwald-Baar-Kreis: Stromausfall löst Chaos aus – Neue Details zur Ursache

Plötzlich war der Strom weg in Villingen und vielen weiteren Gebieten des Schwarzwald-Baar-Kreises (Symbolfoto).
Michael Kappeler/Dpa/dpa- Mega-Blackout im Schwarzwald-Baar-Kreis: zahlreiche Orte ohne Strom
- Villingen, Dauchingen, Bad Dürrheim u. a. betroffen; Schwenningen hatte Strom
- Menschen steckten in Aufzügen/Tiefgaragen fest; Unfälle wegen ausgefallener Ampeln
- NINA-Warnung: Feuerwehrhäuser nehmen Notrufe an; Notrufnummern freihalten
- Ursache laut Stadtwerken: Störung beim vorgelagerten Netzbetreiber; Wasser teils beeinträchtigt
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein großflächiger Stromausfall legte am Sonntag mehrere Städte und Gemeinden lahm. Betroffen waren neben dem Villinger Stadtgebiet beispielsweise auch Dauchingen, Bad Dürrheim, Brigachtal, Unterkirnach, Triberg, St.Georgen, Schonach und VS-Rietheim, wohingegen in Schwenningen der Strom durchgehend lief. Nach etwa einer halben Stunde war die Versorgung in Teilen wieder hergestellt.
Keine Infos aus der Netzleitstelle
Kein telefonisches Durchkommen war bei der Netzleitstelle der Stadtwerke Villingen-Schwenningen zum Zeitpunkt des Ausfalls. Doch die technischen Probleme machten sich vielfach bemerkbar. Nichts ging mehr – kein Strom, kein Licht, keine technischen Geräte.
Gravierende Folgen
Für viele Bürger allerdings hatte der Stromausfall noch weitergehende Auswirkungen: Nach Informationen des „Schwarzwälder Boten“ saßen mehrere Personen in Fahrstühlen fest oder waren in Tiefgaragen, die sich elektrisch nicht mehr öffnen ließen, mit ihren Autos gefangen. Selbst Brandmeldeanlagen haben wegen des plötzlichen Stromausfalls am Sonntag um die Mittagszeit offenbar ausgelöst. Die Feuerwehr ist deshalb zu mehreren Einsätzen unterwegs.
Auch die Polizei musste ausrücken – es kam nach Informationen zu unserer Redaktion zu Unfällen wegen des Stromausfalls, da Ampelanlagen ausgefallen sind.
Die Störungen waren offenbar so gravierend, dass sogar über die Warn-App Nina eine Warnmeldung veröffentlicht worden ist. „Großflächiger Stromausfall im Schwarzwald-Baar-Kreis“ heißt es darin – die Feuerwehrgerätehäuser werden als Notrufannahmestelle besetzt. Bürger werden gebeten, die Notrufnummern freizuhalten.
Bereits am Freitag, 13. Februar, hatte man in Villingen mit einem großflächigen Stromausfall gekämpft. Teile von Marbach und das Zollhaus waren beispielsweise betroffen gewesen. Zur Ursache des Ausfalls war nichts bekannt geworden. In Tübingen sorgte ein Stromausfall nach einem Brand für Probleme.
Beeinträchtigungen der Wasserversorgung möglich
Wie die Stadtwerke Villingen-Schwenningen in einer Meldung mitteilten, handelte es sich um einen flächendeckenden Stromausfall im gesamten Kreisgebiet. Ursache war demnach eine Störung beim vorgelagerten Netzbetreiber. Die SVS arbeiteten mit Hochdruck an der Behebung und begannen bereits während des Ausfalls damit, die Netze schrittweise wieder hochzufahren. Zur genauen Ursache lagen zunächst keine Informationen vor.
Im Gespräch mit dem „Schwarzwälder Boten“ erklärte SVS-Sprecher Oliver Bauer, dass die Probleme mit einer 110 Kilovolt-Leitung zusammenhingen, „also Hochspannung“, so Bauer. Dabei handelt es sich um ein wichtiges Bindeglied im Stromnetz, um Energie über mittlere Entfernungen von Übertragungsnetzen zu regionalen Umspannwerken und großen Industriebetrieben zu transportieren. Welche Probleme genau dort für den Ausfall sorgten, wisse man auch bei der SVS nicht.
Klar war nur: Als die erste Meldung über den Stromausfall einlief, fuhr dort die Maschinerie hoch. Der Bereitschaftsdienst stehe in solchen Fällen ohnehin parat, „aber auch in der Netzleitstelle kamen dann viele zusammen“, so Bauer. Die SVS habe in diesem Zuge unter anderem die Anlagen abgefahren, um dort mögliche Probleme zu detektieren. Die Anlagen der SVS waren für den Ausfall jedoch nicht verantwortlich.
Technischer Fehler in Umspannwerk soll Auslöser gewesen sein
Ein technischer Fehler in einem Umspannwerk soll der Auslöser für den fast einstündigen Stromausfall gewesen sein, wie es in einer sogenannten Gefahreninformation auf der Internetseite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hieß.
Durch den Ausfall im Umspannwerk Villingen waren sieben weitere Umspannwerke in der Region betroffen, wie ein Sprecher des Energieversorgers EnBW mitteilte. „Dadurch kam es insbesondere bei den Kunden der EG Triberg und der Naturenergie zu Ausfällen.“
Der genaue technische Fehler müsse noch analysiert werden. Von menschlichem Versagen gehe man derzeit nicht aus, sagte der Sprecher. Das Lagezentrum des baden-württembergischen Innenministeriums hatte früh informiert, dass es keine Anzeichen für einen Anschlag gebe.
Zudem wiesen die Stadtwerke darauf hin, dass es infolge des Stromausfalls in Teilen des Versorgungsgebiets zu Beeinträchtigungen der Wasserversorgung kommen könne. Das lag an den Druckausgleichsanlagen in der Hammerhalde, in Tannheim sowie im Friedrichspark. Durch deren Ausfall seien Störungen möglich gewesen. Technische Mitarbeiter waren hierfür vor Ort im Einsatz.
