Asiatische Hornisse in BW: Was tun, wenn der Eindringling im Garten baut?

Nach der Entfernung zerlegt der Experte ein riesiges Nest der Asiatischen Hornisse mitsamt der betäubten Tiere für den Abtransport in einem Eimer.
Boris Roessler/dpa- Asiatische Hornisse breitet sich aus – Nester seit März auf eigene Kosten zu entfernen.
- Bestimmung via Foto/Video: LUBW und Uni Hohenheim bewerten Art und Handlungsbedarf.
- Nester unterscheiden sich: Asiatische Art baut größere, geschlossene Bauten in Baumkronen.
- Entfernung nur durch Fachleute – Kosten zwischen 50 und 2000 Euro, je nach Aufwand.
- Gefährlich für Laien: Hornissen verteidigen aggressiv, Experten nutzen Schutz und Spezialmethoden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im Efeu am Gartenzaun herrscht ungewöhnlich viel Betrieb. Insekten mit schwarzem Körper, gelben Beinenden und einem markanten orangen Ring am Hinterleib schwirren unermüdlich umher. Schnell wird klar: Das sind keine heimischen Hornissen – hier hat sich die Asiatische Hornisse eingenistet. Und zwar im eigenen Garten. Für Grundstücksbesitzer bedeutet das seit März: Wer das Nest loswerden will, muss sich selbst darum kümmern und die Entfernung aus eigener Tasche bezahlen. Selbst bekämpfen sollte man die Asiatische Hornisse aber keinesfalls. Wie man vorgehen sollte, wenn es im Garten summt und wo es Unterstützung gibt.
1. Bestimmen: Ist es wirklich die invasive Art?
Zuallererst sollte man feststellen, ob es sich wirklich um die Asiatische Hornisse handelt. Denn die Europäische Hornisse gilt als geschützt, und eine Nestentfernung ohne Genehmigung ist untersagt. Zur Bestimmung reicht ein Foto oder Video der Insekten oder ihrer Nester. Das stellt man inklusive Angaben zum Fundort und -zeitpunkt auf der Plattform der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) hoch. Anschließend bewerten Experten von der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim (LAB), ob es die invasive Art ist und Handlungsbedarf besteht. Auch wenn die Bekämpfungspflicht entfallen ist, empfiehlt das Umweltministerium, Funde weiterhin zu melden.
2. Nest erkennen: Unterschiede beim Bau
Auch anhand des Nestes kann man herausfinden, um welche Art es sich handelt und ob eine Entfernung erlaubt ist. Das erste Nest, das sogenannte Embryonalnest, das die Königinnen im Frühling bauen, ähnelt sich bei beiden Arten sehr: Die Wabe befindet sich inmitten einer Außenschicht, die in Farbe und Optik an eine helle Eierschale erinnert, meist an einem geschützten Ort. Dabei ist das Nest der asiatischen Art nach unten geschlossen.
Während sich die heimische Art im Sommer ein geschütztes Plätzchen für die zweite Brutstätte sucht, nistet sich die Asiatische Hornisse meistens weit oben in Baumkronen ein. Ihr Nest kann bis zu ein Meter groß werden – also dreimal so groß wie das der heimischen Art. Der Bau ist komplett geschlossen bis auf die Einflugschleuse, die seitlich im oberen Drittel liegt. Das Nest der europäischen Art hingegen ist unten geöffnet.
3. Austausch: Unterstützung vor Ort
Bestätigt die LAB, dass es sich um ein Nest der Asiatischen Hornisse handelt, werden Betroffene in Baden-Württemberg an Schädlingsbekämpfer oder geschulte Fachleute in der Umgebung vermittelt. In gemeinsamer Absprache wird dann beurteilt, ob das Nest entfernt werden sollte und wie weitere Maßnahmen aussehen könnten. Da keine Bekämpfungspflicht mehr besteht, kann ein Nest grundsätzlich auch in Ruhe gelassen werden, solange keine Gefahr für den Menschen besteht. Die LAB empfiehlt die Entfernung der Nester aber weiterhin. Ausschließlich bei Nestern, durch die ein Schaden an der biologischen Vielfalt droht, wird die Entfernung von Behörden beauftragt und bezahlt.
4. Ausnahme: Wann man selbst entfernen darf
Selbst in die Hand nehmen sollte man die Entfernung aber nicht. Nur wenn sich das Nest noch im Anfangsstadium befindet, also bevor die Brut geschlüpft ist, ist eine eigenständige Entfernung laut Maßnahmenblatt der LUBW möglich. Dafür stülpt man ein Einmachglas über das Nest. Durch anschließendes Einfrieren des Glases tötet man die Königin und die Brut.
5. Attacke: So läuft die Entfernung ab
Die Entfernung des großen Sekundärnests kann gefährlich werden. Die Hornissen verteidigen ihre Behausung aggressiv. In ihrem Gift sind Duftstoffe enthalten, womit der Gestochene markiert wird. Sofort weiß das Volk, wer der Eindringling ist und attackiert ihn.
Laien sollten daher unbedingt ihre Hände davon lassen. Für die Entfernung benötigt der Experte einen speziellen Anzug und stichfeste Handschuhe – der Hornissenstachel kann normale Imkeranzüge durchdringen, sagt Patrick Schooler, Hornissenbeauftragter des Landesverbands Württembergischer Imker. Um an die Nester zu kommen, die meist weit oben in Baumkronen hängen, verwenden Profis Teleskopstangen. Je nachdem, ob eine solche Lanze ausreicht, oder ein Hubsteiger benötigt wird, kann der Preis für die Entfernung laut der LAB zwischen 50 und 2000 Euro liegen.
Bei der Nestentfernung gibt es unterschiedliche Methoden. Schädlingsbekämpfer können die Hornissen absaugen und so direkt entfernen, das Nest mit Insektiziden besprühen, wodurch die Tiere betäubt und getötet werden, oder Kieselgur einsetzen, ein feines Pulver, das die Hornissen austrocknet und dadurch unschädlich macht. Die Brut wird anschließend durch Feuer oder extreme Kälte getötet. Aktuell erforscht die Uni Hohenheim den Einsatz von Aktivkohle.


