Anwohnerparken
: Ulm ist teuer, Neu-Ulm ist günstig

Viele Städte halten bestimmte Parkplätze für Anwohner frei. Das kostet überall, doch die Unterschiede sind gewaltig. Die Gebühren der größten Städte in Baden-Württemberg im Überblick.
Von
Daniel Wydra
Ulm
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Wer mitten in der Stadt einen guten Parkplatz haben will, muss dafür in der Regel bezahlen.

Matthias Kessler

Wer parkt nicht gerne direkt vor der Haustür? Auf dem Land und in Vororten ist das oft kein Problem, doch mitten in der Stadt ist der Platz hart umkämpft. Viele Städte ächzen unter der Blechlawine nach Feierabend, während die Bewohner mitunter eine gefühlte Ewigkeit nach einem Parkplatz suchen. Manch einer muss sich dann mit einem Parkplatz zwei Straßen weiter zufriedengeben.

Kürzere Wege gegen Geld – ohne Garantie

Eine hohe Feinstaubbelastung und unzufriedene Bürger – beides ist nicht im Interesse der Städte. Deshalb haben viele größere deutsche Städte in manchen Stadtteilen sogenannte Anwohnerparkzonen eingeführt. Dort dürfen nur diejenigen parken, die einen Anwohnerparkausweis besitzen. Diesen Vorteil gibt es natürlich nicht umsonst, Stadtverwaltungen können solche Einnahmen gut gebrauchen. Und sie wollen mit dieser Regel den abendlichen Parksuchverkehr reduzieren. Den Einwohnern kann in der Regel trotzdem kein Stellplatz garantiert werden, denn meistens gibt es in einer Innenstadt-Straße mehr Wohnungen als Parkplätze. Außerdem halten einige Städte die Parkplätze nur zu bestimmten Tageszeiten für zahlende Anwohner frei.

Doch ein großer Vorteil ist, dass Anwohnerparkzonen viele Autos von Touristen und anderen Fremden aus den Wohngebieten fernhalten. Vor allem aber ist der Anwohnerparkausweis vielerorts sehr günstig. In Baden-Württemberg haben viele Städte seit Jahren niedrige zweistellige Beträge pro Jahr verlangt, umgerechnet ein paar Cent pro Tag. Doch das ändert sich gerade.

Anwohnerparkplätze: Neu-Ulm ist viel günstiger als Ulm

Ulm und Freiburg verlangen inzwischen 200 Euro pro Jahr – damit sind sie die teuersten Städte für Anwohnerparker in Baden-Württemberg. Doch ein knappes Dutzend andere Städte verlangt kaum weniger für einen Parkausweis. Auf der anderen Seite berechnen Stuttgart, Heilbronn, Pforzheim, Göppingen, Hechingen und Neu-Ulm lediglich 30 Euro jährlich. Sparsame Bürger können also wählen, ob sie auf ein eigenes Auto verzichten, längere Fußwege zur Wohnung in Kauf nehmen oder in eine Stadt ziehen, die weniger Geld für Anwohnerparkplätze verlangt.