Pädokriminelles Netzwerk gesprengt
: 46-Jähriger soll Kinder auf Philippinen in  Livestream missbraucht haben

Der 46-Jährige soll von Baden-Württemberg aus per Chat schwere Missbrauchstaten an Kindern gesteuert haben. Die mutmaßlichen Mittäterinnen befanden sich auf den Philippinen.
Von
dpa/swp
Heidenheim
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Missbrauch von Kindern per Livestream: ARCHIV - 28.11.2022, Hessen, Wiesbaden: Eine Ermittlerin sitzt vor einem Monitor mit Bilddateien.  (zu dpa: «Mann soll Kinder auf Philippinen im Stream missbraucht haben») Foto: Arne Dedert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein 46-Jähriger aus dem Kreis Heidenheim soll Kinder auf den Philippinen per Internet missbraucht haben.

Arne Dedert/dpa
  • Karlsruhe klagt 46-Jährigen aus dem Kreis Heidenheim wegen Missbrauch über Livestream an.
  • Er soll Mittäterinnen auf den Philippinen per Chat angewiesen und bezahlt haben.
  • In sechs Fällen betraf es Mädchen zwischen vier und 13 Jahren – Taten zwischen 2013 und 2019.
  • Vorwürfe umfassen Anstiftung zu schwerem Missbrauch sowie Besitz und Weitergabe von Darstellungen.
  • Aufdeckung mit Hilfe von „Homeland Security“; fünf Kinder wurden von Behörden in Obhut genommen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern über einen Livestream hat die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe einen 46-Jährigen angeklagt. Der Mann aus dem Landkreis Heidenheim soll Mittäterinnen auf den Philippinen durch Geldzahlungen und entsprechende Anweisungen veranlasst haben, in sechs Fällen missbräuchliche sexuelle Handlungen an Mädchen zwischen vier und 13 Jahren vorzunehmen, wie das Cybercrime-Zentrum der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe mitteilte.

Die Videoaufnahmen des sexuellen Missbrauchs seien per Livestream an den Mann übertragen worden, während er per Chatfunktion die sexuellen Handlungen an den Mädchen angeleitet habe.

Dem Angeklagten werden deswegen unter anderem Anstiftung zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern vorgeworfen sowie das Verschaffen jugendpornografischer Inhalte an eine andere Person und der Besitz von kinder- und jugendpornografischen Inhalten. Die Anklage bezieht sich auf mutmaßliche Taten in den Jahren zwischen 2013 und 2019.

Es ist nicht der erste Fall dieser Art: Vor einem Jahr hatte am Ulmer Landgericht ein Prozess gegen einen 56-Jährigen aus dem Alb-Donau-Kreis begonnen, dem sehr ähnliche Taten vorgeworfen wurden. Für die Anleitung und Beauftragung von „Kinderpornos auf Bestellung“ wurde der Mann im April 2025 zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Mit Hilfe des US-Ministeriums aufgedeckt

Aufgedeckt wurden die mutmaßlichen Verbrechen auch mit Hilfe des US-Innenministeriums „Homeland Security“, das zuvor ein pädokriminelles Netzwerk auf den Philippinen zerschlagen habe, wie das Cybercrime-Zentrum mitteilte. Die Täter hätten ihr Geld damit verdient, schwere sexuelle Missbrauchshandlungen gegen Bezahlung live an „Kunden“ im Internet zu übertragen.

Die vom Netzwerk missbrauchten fünf Kinder seien nach der Zerschlagung durch die philippinischen Behörden in Obhut genommen worden, hieß es.

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