Kühltürme des AKW Gundremmingen
: „Endlich sind sie weg!“ – Das Netz reagiert gespalten auf die Sprengung

Die Stahlbetonriesen in Gundremmingen sind Geschichte. Und die sozialen Medien sind voll von Reaktionen darauf. Trauer, Freude und Angst liegen hier nah beieinander.
Von
Menitor Kadrija
Neu-Ulm
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Die Sprengung Kühlturm Gundremmingen löst im Netz Diskussionen aus.

Die Sprengung Kühlturm Gundremmingen löst im Netz Diskussionen aus.

RWE AG
  • Die Kühltürme des AKW Gundremmingen wurden am 25. Oktober nach 45 Jahren gesprengt.
  • Rund 30.000 Zuschauer verfolgten live, wie die 160 Meter hohen Türme zu Bauschutt zerfielen.
  • Reaktionen im Netz sind gemischt: Trauer, Freude, Angst und Kritik an der Zerstörung deutscher Infrastruktur.
  • Für manche galten die Türme als „Heimat“, während andere sie als Bedrohung empfanden.
  • Viele begrüßen das Aus der Türme, da das Kraftwerk seit 2021 keinen Strom mehr erzeugt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach 45 Jahren haben die 160 Meter hohen Kühltürme des AKW Gundremmingen ausgedient. Bis zu 30.000 Zuschauer verfolgten am Samstag, den 25. Oktober, live, wie die beiden Kolosse schließlich zu Bauschutt zerfielen. Einst wurden sie gebraucht, um das bei der Stromproduktion erhitzte Kühlwasser herunterzukühlen, ehe es wieder zurück in die Donau geleitet wurde. Für manch einen waren Sie „Heimat“ oder „ein Arbeitsplatz“, wiederum für andere haben Sie „Angst“ oder „Unruhe“ ausgelöst. Während andere die Arbeit loben und von „… Herausragende Leistung der Sprengingenieurin“ schreiben, bedauern andere den Verlust.

Ein Stück Heimat ist mitgegangen

Ein SWP-Facebook Nutzer schreibt „ja, das war ein Stück Heimat, wenn man fast 60 Jahre neben dem Kernkraftwerk gut und sicher gelebt hat. Leider alles vorbei! Sehr traurig.“ Eine andere erzählt von ihrem Ehemann und ihrem Sohn, die beide dort beschäftigt gewesen waren beziehungsweise sind. Ob ein Stück Heimat wirklich verloren ging, wird die Zeit zeigen, schreibt eine Nutzerin.

Kühltürme Gundremmingen Collage für Online

Am Samstag wurden die beiden Kühltürme des AKW Gundremmingen gesprengt.

Matthias Kessler

Atomkraft, ja, aber Windräder nein?

Auf der anderen Seite wird der Begriff „Heimat“ kritisiert. Ein Nutzer bemängelt, bei Windrädern von „‚Verschandelung‘ zu schreien, aber bei Kühltürmen dem Verlust von ‚Heimat‘ nachzujammern“ zu reden.

Andere Nutzer sehen in den Windrädern jedoch keine Verbesserung, sondern eher eine „Verschlechterung der wirtschaftlichen Stabilität“. Mancher geht weiter und schreibt: „Zerstörung von deutscher Infrastruktur ist Sabotage!“, aber auch „… Absoluter Wahnsinn“ ist ebenso unter den Kommentaren. Hierauf wird geantwortet mit: „Hätte vor 30 Jahren schon wegmüssen.“

„Endlich sind sie weg“

Für die Mehrheit der Facebook-Nutzer ist die Sprengung der Kühltürme eine Erleichterung. Sie sind froh über das endgültige Aus der Betontürme. „… Endlich sind die weg“, schreibt eine Userin, und auch „Unglaublich. Sie sind weg. Seit meiner Jugend waren sie eine Bedrohung.“

Die Tatsache, dass die Türme „schon lange keinen Strom mehr erzeugt“ haben, wird von manchen noch betont. Ebenso schreibt eine Nutzerin „Das Kraftwerk hat den Betrieb schon 2021 eingestellt. Hat nicht bis Samstag Strom erzeugt. Außerdem hat es seine Laufzeit von 40 Jahren erreicht und wäre sowieso vom Netz genommen worden.“
Und ein Nutzer schreibt kurz und knapp: „Atomkraft? Nein danke!“