Bombenfund in Ulm: Warnung, Evakuierung, Entschärfung – Protokoll einer aufregenden Nacht

Die Experten brauchten länger als üblich, um diese Bombe zu entschärfen.
Volkmar Könneke- In Ulm wurde eine 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg auf einer Baustelle gefunden.
- Experten brauchten länger als üblich zur Entschärfung; die Evakuierung betraf 2.800 Personen.
- Polizei und Feuerwehr sorgten für die Sicherheit, Bewohner fanden Unterschlupf in der Kepler-Turnhalle.
- Um 00:50 Uhr war die Bombe entschärft; um 01:02 Uhr folgte die Entwarnung per Warn-App NINA.
- Die Bombe war ein amerikanisches Modell und wurde sorgfältig entfernt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es war eine lange und aufregende Nacht: Am Montag, 25. November, wurde auf der Müller-Baustelle an der Neutorstraße/Ecke Karlstraße eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. 250 Kilo brachte der Blindgänger auf die Waage. In unserem Protokoll können Sie die wichtigsten Ereignisse des Abends nachverfolgen:
14:45 Uhr: Auf der Müller-Baustelle an der Neutorstraße wird eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden.
Gegen 17 Uhr: Auf Nachfrage wird bestätigt, dass auf der Baustelle ein Blindgänger ist. Erste Auswirkungen auf den Nahverkehr machen sich bemerkbar, die Linie 1 und Linie 2 werden zunächst durch Busse ersetzt.
17:49 Uhr: Der Räumdienst und Müller-Mitarbeiter besprechen vor Ort die Lage. Noch ist alles ruhig.
17:52 Uhr: Bei der Feuerwehr werden Fahrzeuge für den Einsatz vorbereitet.
18:01 Uhr: Die ersten Straßen werden abgesperrt. Anwohnerinnen und Anwohner bereiten sich darauf vor, ihre Häuser zu verlassen.
18:21 Uhr: Die Bahn teilt via X mit, dass ab 20 Uhr Züge von und nach Ulm ausfallen.
18:32 Uhr: Erste Infos über die Bombe werden bekannt: Sie wiegt 250 Kilogramm und ist etwa 1,50 Meter groß.
18:37 Uhr: Die Polizei informiert Anwohnerinnen und Anwohner, dass die Evakuierung des Bereichs in etwa 30 Minuten beginnen soll.
18:45 Uhr: Menschen aus dem Evakuierungsgebiet, die nicht bei Familie oder Freuden unterkommen können, finden Unterschlupf in der Kepler-Turnhalle.
19:01 Uhr: Wer mit dem Zug nach Hause will, hat noch Chancen: Die Streckensperrungen der Bahn beginnen doch erst ab 23.30 Uhr. Ein erster Hinweis, dass es eine lange Nacht werden könnte.
19:12 Uhr: Die Straßen rund um die Fundstelle sind nun wie leergefegt. Die Polizei schickt Menschen aus dem Evakuierungsbereich weg.
19:17 Uhr: Die ersten Evakuierten erreichen die Kepler-Turnhalle. Dort bereitet man sich auf etwa 300 Menschen vor, auch wenn 2.800 Personen von der Evakuierung betroffen sind. Erfahrungsgemäß kommen nur circa ein Viertel davon in die vorbereiteten Unterkünfte.
20:01 Uhr: Auch unsere Reporter werden nun aus der Evakuierungszone weggeschickt. Gäste einer Bar in der Nähe der Baustelle müssen diese verlassen.
20:09 Uhr: Die Warn-App NINA alarmiert über die Gefahrenlage in Ulm.

Warn-App NINA informiert über den Bombenfund in Ulm.
Screenshot/Yasmin Nalbantoglu20:12 Uhr: Wird die Bombe gesprengt oder entschärft? Das ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar, Experten müssen sich den Blindgänger erst anschauen, um über das weitere Vorgehen entscheiden zu können.
20:39 Uhr: Die Feuerwehr und das THW fahren die Straßen rund um die Baustelle ab und weisen in Lautsprecherdurchsagen daraufhin, dass die Leute ihre Wohnungen verlassen und Unterschlupf in der Kepler-Halle suchen sollen. Die Polizei geht unterdessen von Haus zu Haus und kontrolliert, dass die Menschen ihre Wohnungen verlassen haben.
22:06 Uhr: Noch läuft die Evakuierung. Die Polizei weist daraufhin: Wer seine Wohnung nicht freiwillig verlassen will, wird zwangsgeräumt. Manche Anwohnerinnen und Anwohner warten in Hausgängen gekauert ab.
22:07 Uhr: OB Martin Ansbacher besucht das Feuerwehrhaus an der Keplerstraße und lässt sich über die aktuelle Lage informieren.
22:27 Uhr: Etliche Menschen sind inzwischen in der Keplerhalle angekommen. Sie stellen sich darauf ein, die Nacht dort zu verbringen.
22:51 Uhr: In der Evakuierungszone sind nun keine Durchsagen mehr zu hören. Offenbar gehen die Einsatzkräfte davon aus, dass alle ihre Wohnungen verlassen haben.
23:01 Uhr: Der Polizeihubschrauber Bussard hat jetzt Ulm erreicht. Er kreist über der Neustadt und überprüft, auch mit Hilfe einer Wärmebildkamera, ob sich in der Evakuierungszone wirklich keine Menschen mehr befinden.
23:53 Uhr: Die Überprüfung des Evakuierungsgebiets ist offiziell abgeschlossen. Die 250-Kilo-Bombe wird genauer untersucht. Auch die Polizei hält nun Abstand zur Fundstelle.
00:11 Uhr: Die Arbeiten am Blindgänger haben begonnen. Das teilt ein Polizist mit, der am Posten Olgastraße/Neutorstraße steht.
00:50 Uhr: Endlich: Entwarnung! Der Blindgänger konnte erfolgreich entschärft werden.
0:59 Uhr: Die Evakuierungszone ist wieder freigegeben! Die Menschen dürfen in ihren Wohnungen zurückkehren.
01:02 Uhr: Auch die Warn-App NINA gibt Entwarnung für das Gebiet.
01:14 Uhr: Die Bombe, die Ulm in Atem hielt, wiegt 500 Pfund. Ein amerikanisches Modell. Die Entschärfung hat 40 Minuten gedauert. „Ich habe noch nie so lange gebraucht“, sagt der Experte, der den Blindgänger entschärft hat.

Schlummerte jahrzehntelang in der Erde: Die 250-Kilo-Bombe, die auf der Müller-Baustelle gefunden wurde.
Volkmar Könneke









































Ulm hat am Montagabend ein Stück funktionierendes Deutschland erlebt, meint Lokalchef Matthias Stelzer. Hunderte Helfende und Evakuierte begegneten sich in den bangen Stunden vor allem mit Freundlichkeit.