Was Experten raten: Plastische Chirurgie
: Zufriedenheitsquote: Fast 100 Prozent

AnzeigeWas hinter dem Begriff Schamlippenplastik steckt, welche Frauen davon profitieren und wie unkompliziert der Eingriff verläuft, erklären die Plastischen Chirurginnen Dr. Reisenauer und Dr. Dettmer aus Ulm im Gespräch.
Von
Julika Nehb
Ulm
In guten Händen: Das Praxisteam von Isaneo.

In guten Händen: Das Praxisteam von Isaneo.

Isaneo

Frau Dr. Reisenauer, Frau Dr. Dettmer, was genau muss man sich unter dem Begriff „Schamlippenplastik“ vorstellen und für welche Frauen ist dieser Eingriff gedacht?

Milena Dettmer: Mit Schamlippenplastik beziehungsweise Labioplastik bezeichnen wir die operative Korrektur der Schamlippen, wobei in der Regel die kleinen Schamlippen betroffen sind. Wenn dort ein Hautüberschuss vorhanden ist, kann es zu funktionellen Einschränkungen bei den Patientinnen kommen, zum Beispiel beim Sitzen, beim Fahrradfahren, manchmal auch beim Geschlechtsverkehr. In manchen Fällen kann es auch vorkommen, dass die Schleimhäute austrocknen. Die Ursachen sind unterschiedlich: einerseits kann der Hautüberschuss am natürlichen Alterungsprozess liegen. Unser Gewebe wird im Alter schlaffer, das betrifft auch die Schamlippen. Bei vielen Patientinnen ist der Hautüberschuss genetisch bedingt. Wir sehen beispielsweise viele junge Patientinnen, die noch keine Kinder hatten und sich eine Verkleinerung wünschen. Falls eine Frau umgekehrt unter Volumenmangel leidet – das betrifft in der Regel die großen Schamlippen – können wir hier mit Eigengewebe Volumen aufbauen und das Gewebe unterfüttern.

Isabel Reisenauer: In manchen Fällen kann es während der Geburt zu Verletzungen kommen, der auch die Schamlippen betrifft. Bei einer Patientin waren die Schamlippen zweigeteilt. Das konnte ich problemlos und erfolgreich rekonstruieren. Labioplastiken sind kürzere, ambulante Eingriffe, die in den allermeisten Fällen zu mehr Lebensqualität führen: die Frauen haben keine Einklemmungserscheinungen mehr und dadurch weniger Schmerzen – insgesamt eine deutliche Steigerung der Lebensqualität. Noch immer kommen Patientinnen zu uns, die gar nicht wussten, dass es diesen unkomplizierten operativen Eingriff gibt. Wir beobachten aber auch, dass zunehmend Patientinnen aus der Gynäkologie geschickt werden, die den Eingriff im Bereich der Plastischen Chirurgie aufgehoben sehen, weil wir oftmals mit anderen Techniken und feinerem Nahtmaterial arbeiten als die gynäkologische Chirurgie oder die Unfallchirurgie. Die Schamlippenplastik ist für uns ein dankbarer Eingriff, die Patientinnen sind schnell wieder fit und die Zufriedenheitsquote liegt bei fast 100 Prozent.

Besteht nicht das Risiko, dass die Empfindsamkeit der Nerven und das Lusterleben beeinträchtigt werden?

Isabel Reisenauer: Das ist eine nachvollziehbare Sorge, aber glücklicherweise kann ich sie entkräftigen, denn wir entfernen ausschließlich überschüssige Haut. Selbst wenn wir im klitoralen Bereich am Klitorismantel Haut entfernen, ist die Resektion, also die chirurgische Entfernung von Gewebe, nur oberflächlich: die Nerven liegen sehr viel tiefer. Das größere Risiko liegt in einer mangelhaften Blutstillung. Der weibliche Intimbereich ist sehr gut durchblutet, daher ist es wichtig, mit der richtigen Technik sauber und sorgfältig zu schneiden, gut Blut zu stillen und die Wunde anschließend exakt zu vernähen.

Dr. Isabel Reisenauer und Dr. Milena Dettmer

Dr. Isabel Reisenauer und Dr. Milena Dettmer

ISANEO

Wie genau verläuft der Eingriff – womit müssen die Patientinnen rechnen?

Milena Dettmer: Zunächst machen wir eine ausführliche Beratung, Aufklärung und Anamnese, der ganz normale Standard. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt und dauert selten länger als eine Stunde. Die Patientinnen erhalten im Vorfeld der OP ein Zäpfchen für zu Hause, das dient der Schmerzabschirmung. Vor dem Eingriff setzen wir eine Spritze zur örtlichen Betäubung – das ist für manche Patientinnen kurz unangenehm. Sie sind während des gesamten Eingriffs, der völlig schmerzfrei ist und etwa eine Dreiviertelstunde dauert, bei Bewusstsein; manche bringen sich Musik zur Entspannung mit. Nach der OP sind sie noch knapp eine Stunde zur Wundüberwachung bei uns im Ruheraum.

Wie geht es dann weiter?

Isabel Reisenauer: Direkt nach dem Eingriff fühlt sich der Bereich natürlich anders an, es gibt Schwellungen, anfangs können die Fäden etwas zwicken – das ist völlig normal. Doch es bestehen schon wenige Tage nach dem Eingriff keine Einschränkungen mehr und sobald alles verheilt ist, nach spätestens vier bis sechs Monaten, spürt man nichts mehr vom Eingriff. Die Empfindsamkeit ist zu keiner Zeit gestört. Wir verwenden Fäden, die nicht gezogen werden müssen, sondern vom Körper resorbiert werden: sie lösen sich auf. Die Narben sind später kaum mehr zu erkennen.

Worin bestehen die chirurgischen Herausforderungen?

Isabel Reisenauer: Zu den größten Risiken gehören, wie bereits erwähnt, Nachblutungen und Wundheilungsstörungen. Das bedeutet, dass die Blutstillung sehr wichtig ist. Die Haut schneiden wir mit einem sogenannten Radiofrequenzgerät, das eine haarfeine Nadel an der Spitze hat. Der methodische Vorteil liegt darin, dass es weniger blutet ein sauberer Wundrand entsteht. Das erleichtert die Heilung. Als Plastische Chirurginnen haben wir viel Erfahrung mit Gewebe. Wenn eine Wunde fein und präzise vernäht wird, steht einem unproblematischen Heilungsprozess nichts im Wege.

Ihre Expertinnen

Dr. med. Isabel Reisenauer ist Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie, sowie Handchirurgin. Ihre fachlichen Schwerpunkte umfassen ästhetische und rekonstruktive Brustchirurgie, Augenlid- und Ohrenchirurgie, Intimchirurgie sowie minimalinvasive Gesichtsbehandlungen.

Dr. med. Milena Dettmer ist Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Ihre fachlichen Schwerpunkte umfassen Liposuktionen, Faltenbehandlungen mit Fillern und Botox, Biostimulation sowie regenerative Methoden und dermatochirurgische Eingriffe.

Isaneo. Plastische, Ästhetische und Handchirurgie

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