Was Experten raten: Herzmedizin auf dem neuesten Stand

Die Kardiologen arbeiten täglich in einem der beiden Herzkatheterlabore in der SUAVIA Stiftungsklinik in Weißenhorn.
SUAVIASchneller oder unregelmäßiger Puls, Herzstolpern und Herzrasen, plötzlich verminderte Leistungsfähigkeit, etwa beim Treppensteigen – all das können Symptome für Herzrhythmusstörungen sein. Wer solche Beschwerden verspürt, sollte sich ärztlich untersuchen lassen. Besteht der Verdacht, dass Rhythmusstörungen vorliegen, sollten sich Betroffene an Spezialisten in einem Herzkatheterlabor wenden.
Die beiden Herzkatheteranlagen in der SUAVIA Stiftungsklinik in Weißenhorn wurden 2024 und 2025 technisch rundum erneuert. „Für unsere Patientinnen und Patienten bedeutet das eine noch geringere Strahlenbelastung sowie Diagnostikmethoden, die die Behandlung noch individueller und effizienter machen – und den aktuellen Leitlinien entsprechen“, erklärt Dr. Jörg Homann. Der leitende Oberarzt ist auf Herzrhythmusstörungen spezialisiert, die er in einem der beiden neuen Herzkatheterlabore behandelt.
Elektrophysiologie auf dem neuesten Stand
„Im Rahmen des Umbaus wurde ein modernes 3D-Navigationssystem integriert, mit dem wir sozusagen elektrische Landkarten des Herzens aufzeichnen können, um noch gezielter die Ursachen von Herzrhythmusstörungen zu identifizieren und ablativ zu behandeln.“ Ziel einer Ablation – zu Deutsch Verödung – ist es, das für die Herzrhythmusstörung verantwortliche Herzgewebe zu zerstören: „So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich“, so der Elektrophysiologe Homann. Neben bestehenden thermischen Ablationsverfahren kommt in Weißenhorn auch ein neues, nicht-thermisches Verfahren zum Einsatz. Bei der PFA („Pulsed-Field-Ablation“) wird mit sehr kurzen, dafür sehr hohen Stromimpulsen gezielt Herzmuskelgewebe verödet.
Auf die operative Versorgung von Herzrhythmusstörungen ist Oberarzt Dr. Kai Fiedler spezialisiert. In den letzten Jahren hat er den Bereich der Implantation von Herzschrittmachern und implantierbarer Defibrillatoren ausgebaut und sich dabei auch konsequent dem CSP („Conduction System Pacing“) gewidmet. Dabei wird das herzeigene Reizleitungssystem gezielt angeregt, um eine möglichst natürliche Stimulation des Herzens zu erreichen. Dank seiner Expertise implantierte Dr. Fiedler im Mai 2026 als einer der ersten Operateure in Europa eine neuartige Defibrillatorsonde, die speziell für diese Form der Stimulation entwickelt wurde.
Präzisere Diagnose der Herzkranzgefäße
Im zweiten Herzkatheterlabor werden unter der Leitung von Chefarzt Dr. Joachim Kamenz schwerpunktmäßig Verengungen der Herzkranzgefäße – sogenannte Stenosen, die zur koronaren Herzkrankheit führen können – mittels intrakoronarer Bildgebung diagnostiziert und behandelt. „Wir können während der Untersuchung jetzt mit einem einzigen Gerät auf alle Bildgebungsmethoden gleichzeitig zugreifen. Das macht die Abläufe noch flüssiger und reibungsloser“, so der Chefarzt. Über einen dünnen Draht im Herzkranzgefäß lässt sich beispielsweise der Blutdruck messen, um zu beurteilen, ob eine Engstelle behandlungsrelevant ist oder nicht. Durch einen Ultraschallkatheter wiederum kann die Eigenschaft einer Verengung genauer beurteilt und die Größe des einzusetzenden Stents exakt gemessen werden.
Dr. Kamenz unterstreicht, dass Patientinnen und Patienten zunehmend personalisiert behandelt werden: „Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach der jeweiligen Rhythmusstörung oder Engstelle, nach Anatomie und Vorerkrankungen – nicht danach, wie neu das Verfahren ist.“

Dr. med. Joachim Kamenz
Chefarzt der Klinik Innere Medizin I an der SUAVIA Stiftungsklinik

Dr. med. Jörg Homann
Leitender Oberarzt an der Klinik Innere Medizin I an der SUAVIA Stiftungsklinik

Dr. med. Kai Fiedler
Oberarzt an der Klinik Innere Medizin I an der SUAVIA Stiftungsklinik

SUAVIA Stiftungsklinik
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