Anzeige
: Erfolgsmodell für die Region

Einst umstritten, heute unverzichtbar: Das Müllheizkraftwerk (MHKW) ist ein zentraler Bestandteil der Infrastruktur im Ulmer Donautal – und darüber hinaus.
Von
pm
Ulm
Jetzt in der App anhören
Blick ins Feuer

Blick ins Feuer

Oleg Kuchar

Der Start des Müllheizkraftwerkes (MHKW) im Donautal war nicht einfach. Die Idee, Müll thermisch zu verwerten, steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Massenkonsumgesellschaft, die immer mehr Abfälle produzierte. Bereits in den 1970er-Jahren wurde klar, dass Deponien keine Lösung waren: Sie beanspruchten Flächen, belasteten Böden und Grundwasser und setzten klimaschädliche Gase frei. Als in den 1980er-Jahren die Idee eines Müllheizkraftwerks im Donautal aufkam, waren die Widerstände groß. Bürgerinitiativen warnten vor Luftverschmutzung und gesundheitlichen Risiken, obwohl schon damals moderne Techniken die Schadstoffe effektiv herausfilterten. Gleichzeitig erlebte die Region einen wahren Müllnotstand. Vor allem die Stadt Ulm wusste schlicht nicht mehr, wohin mit dem Abfall.

Nachhaltigkeit durch
modernste Technik

Heute entsorgt das MHKW den Abfall von rund 1,2 Millionen Menschen nicht nur zuverlässig und klimafreundlich, sondern produziert auch wertvolle Energie. 2024 wurden rund 165.000 Tonnen Abfälle verwertet – daraus entstanden knapp 50 Millionen Kilowattstunden Strom und 149 Millionen Kilowattstunden Fernwärme. Damit spart die Anlage jährlich rund 40.000 Tonnen Heizöl und reduziert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Dank modernster Technik und andauernder Wartung gehört das MHKW zu den emissionsärmsten Anlagen weltweit. Kontinuierliche Messungen bestätigen, dass die strengen Grenzwerte des MHKW nicht nur eingehalten, sondern stets weit unterschritten werden. Zudem werden die verbleibenden Reststoffe – darunter Schlacke und Metalle – nahezu vollständig verwertet. Das Müllheizkraftwerk zeigt, dass nachhaltige Entsorgung und Energieproduktion Hand in Hand gehen können. Was einst skeptisch beäugt wurde, ist heute ein Vorzeigeprojekt und auch künftig unverzichtbar, denn selbst in einer perfekten Kreislaufwirtschaft bleibt immer eine Restmenge an Abfall übrig, die nicht recycelt oder weiterverwertet werden kann.

Kontakt

Zweckverband Thermische Abfallverwertung Donautal
Müllheizkraftwerk
Siemensstraße 1
89079 Ulm
Tel.: 0731 / 94667-100
www.zv-tad.de
Gruppenführungen sind ab zehn Personen möglich.