Prof. Dr. med. Heiko Reichel: Gelenke. Bewegen. Menschen.

In der Orthopädischen Universitätsklinik am RKU am Oberen Eselsberg behandeln vielfach ausgezeichnete Spezialistinnen und Spezialisten auf höchstem medizinischen Niveau.
MARC HOERGERSehr geehrte Leserinnen und Leser,
ich darf Ihnen heute auf dieser Seite einige Schwerpunkte der Orthopädischen Universitätsklinik zum Thema „Gelenkerhalt und Gelenkersatz“ vorstellen. Die Gelenke des menschlichen Körpers tragen entscheidend zu unserer täglichen Lebensqualität bei. Schmerzfreie und gut funktionierende Gelenke sorgen für unsere Mobilität; sie ermöglichen uns, Alltag und Beruf zu bewältigen, und sind Voraussetzung für sportliche Betätigung – kurzum: Unsere Gelenke halten uns in Bewegung.
Deshalb ist es sehr wichtig, dass Erkrankungen und Verletzungen der Gelenke konsequent und kompetent behandelt werden. Dies sollte – wann immer und solange wie möglich – konservativ erfolgen, mit Krankengymnastik, Medikamenten, spezifischem Muskelaufbau und manchmal auch mit orthopädischen Hilfsmitteln. Reicht dies nicht mehr, kommen operative Maßnahmen zum Einsatz. Dabei gilt stets der ur-orthopädische Grundsatz: „Gelenkerhalt vor Gelenkersatz“.
Bei jedem zweiten Patienten mit Arthrose liegt die Ursache des Gelenkverschleißes in einer angeborenen oder erworbenen Fehlstellung oder in unfallbedingten Vorschäden. Mit Hilfe gelenkerhaltender Maßnahmen kann die Entstehung oder das Fortschreiten der Arthrose verzögert und eine gute Gelenkfunktion lange aufrechterhalten werden. Um Patientinnen und Patienten optimal behandeln zu können, sollten Kliniken deshalb das gesamte Spektrum der gelenkerhaltenden und -ersetzenden Verfahren auf hohem Niveau beherrschen.
Künstliche Gelenke kommen erst bei fortgeschrittener Abnutzung zum Einsatz, wenn der Erhalt des Gelenkes nicht mehr möglich ist und die Schmerzsituation des Patienten dies erforderlich macht. Für das bestmögliche Ergebnis sollten betroffene Patienten dann ein zertifiziertes Endoprothesenzentrum aufsuchen. Solche Endoprothesenzentren arbeiten heute nach den höchsten Standards und Qualitätsvorgaben der wissenschaftlichen Fachgesellschaft, minimieren das perioperative Risiko und melden ihre Ergebnisse an das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD).
Die Klinik für Orthopädie am Campus Nord – dem ehemaligen RKU - hat in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen, um die Genesung nach dem Eingriff zu beschleunigen und die Patienten nach der OP schneller auf die Beine zu bringen. Das von uns gelebte Konzept „Enhanced Recovery“ (Schnellere Genesung) umfasst eine optimale OP-Vorbereitung, wenig belastende Narkosen sowie knochen- und weichteilschonende Operationsverfahren. Das Patientenwohl hat für uns oberste Priorität – wir kümmern uns um Ihre Bewegung.
Mit besten Grüßen
Ihr Prof. Dr. Heiko Reichel

Prof. Dr. med. Heiko Reichel
Ärztlicher Direktor der Klinik für Orthopädie
am Universitätsklinikum Ulm
Schwerpunkte:
Endoprothetik
Revisionsendoprothetik
Gelenkerhaltende Chirurgie
Tumororthopädie
Die Klinik für Orthopädie am Campus Nord
Die Klinik für Orthopädie des Universitätsklinikums Ulm betreut als Klinik der Maximalversorgung alle Patienten mit angeborenen oder erworbenen Erkrankungen der Haltungs- und Bewegungsorgane.
Die Klinik deckt den gesamten Bereich der konservativen und operativen Orthopädie ab, einschließlich der Speziellen Orthopädischen Schmerztherapie sowie der Akutbehandlung und Langzeitbetreuung querschnittgelähmter Patienten.
Seit 2014 ist die Klinik als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung (EPZmax) zertifiziert. 2025 wurden mehr als 1400 Endoprothesen an Hüfte und Knie implantiert. Die Klinik für Orthopädie ist Teil des Departments für Muskuloskelettale Chirurgie am Universitätsklinikum Ulm.
Direkt benachbart zur Klinik für Orthopädie befindet sich am Campus Nord die Klinik für Rehabilitationsmedizin des Universitätsklinikums. Dort werden stationäre und ganztägig ambulante Rehabilitationsmaßnahmen für orthopädische Patientinnen und Patienten durchgeführt.