Orthopädie: Was Experten raten
: Gelenke. Bewegen. Menschen

AnzeigeProfessor Dr. med. Heiko Reichel, Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik am RKU, über die Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen.
Von
Julika Nehb
Ulm
Ulm, RKU am 30.03.2021

Im RKU am Oberen Eselsberg stehen Patientinnen und Patienten vielfältige Möglichkeiten modernster Wirbelsäulentherapie zur Verfügung.

Lars Schwerdtfeger

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

ich möchte Ihnen an dieser Stelle einen wichtigen Schwerpunkt unserer Arbeit vorstellen: die Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen. Die Gelenke der Extremitäten und die Bewegungssegmente der Wirbelsäule sind extrem wichtig für unsere tägliche Lebensqualität, denn sie geben unserem Körper Stabilität und Beweglichkeit. Die Wirbelsäule ist einerseits unsere zentrale „Tragsäule“, sie trägt unseren Körper, gibt uns „Rückgrat“, aber ihre 24 durch Bandscheiben und Gelenke verbundenen Wirbel ermöglichen gleichzeitig eine großartige Beweglichkeit unseres Rumpfes in den drei Ebenen des Raumes – denken Sie an die faszinierenden Bewegungen eines Turners oder Artisten. Ein gesundes Wechselspiel aus Stabilität und Mobilität sorgt für unser Wohlbefinden, lässt uns Alltag und Beruf bewältigen, ist Voraussetzung für jegliche sportliche Betätigung – kurzum: die Gelenke und die Wirbelsäule halten uns in Bewegung.

Der Inhalt dieser Seite wurde durch die Sektion Wirbelsäule der Orthopädischen Universitätsklinik gestaltet. Leiter der Sektion Wirbelsäule ist Herr Privatdozent Dr. med. Robert Zahn, der seine orthopädische und wirbelsäulenchirurgische Fort- und Weiterbildung an der Charité Berlin absolviert hat und seit Juli dieses Jahres das Wirbelsäulenteam am RKU mit seiner Expertise verstärkt.

Die Behandlung von Erkrankungen und Deformitäten der Wirbelsäule sollte stets eine Einheit aus konservativen und – falls notwendig – operativen Maßnahmen sein. Die meisten Verschleißerkrankungen der Wirbelsäule lassen sich sehr wirksam durch Muskelkräftigung, Physiotherapie, Medikamente und ggf. wirbelsäulennahe Injektionen behandeln. Therapieresistente schwerste Schmerzzustände und starke Funktionseinschränkungen wie Lähmungen hingegen machen ein operatives Handeln erforderlich.

Gleiches gilt für viele Deformitäten der Wirbelsäule. Das zeigt die Behandlung der idiopathischen Skoliose, einer dreidimensionalen Wirbelsäulenverkrümmung, sehr deutlich. Frühformen im Kindesalter sollten durch spezielle Krankengymnastik behandelt werden und auch stärkere Deformitäten können bis zum Wachstumsabschluss noch durch Korsetttherapie positiv beeinflusst werden. Erst bei stärksten Deformitäten oder schnellem Fortschreiten der Krümmung ist ein operatives Eingreifen indiziert.

Bedeutsam ist, dass Funktionsstörungen der Wirbelsäule häufig auch die Funktion von Hüfte, Knie und Sprunggelenk mit beeinflussen – und umgekehrt. Deshalb gilt es immer, das muskuloskelettale System ganzheitlich zu betrachten. Für uns hat stets das Patientenwohl oberste Priorität - wir kümmern uns um Ihre Bewegung.

Ich danke meinem Mitarbeiter PD Dr. Robert Zahn, dass er den folgenden informativen Beitrag für Sie verfasst hat.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen  

Ihr Prof. Dr. Heiko Reichel

Professor Dr. med. Heiko Reichel

Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik am RKU

Die Orthopädische Universitätsklinik Ulm mit Querschnittgelähmtenzentrum am RKU

betreut als Klinik der Maximalversorgung alle Patienten mit angeborenen und erworbenen Erkrankungen der Haltungs- und Bewegungsorgane. Die Orthopädische Klinik deckt den gesamten Bereich der konservativen und operativen Orthopädie ab, einschließlich der Speziellen Orthopädischen Schmerztherapie sowie der Akutbehandlung und Langzeitbetreuung querschnittgelähmter Patienten. Die Klinik ist seit 2014 als EndoprothetikZentrum der Maximalversorgung (EPZmax) zertifiziert. Im Jahr 2024 wurden mehr als 1300 Endoprothesen an Hüft- und Kniegelenk implantiert. Neben dem Akutbereich hält das Haus ein Zentrum für Integrierte Rehabilitation vor. Dort werden stationäre und ganztägig ambulante Rehabilitationsmaßnahmen durchgeführt. Träger des RKU ist das Universitätsklinikum Ulm.