Medizin von Morgen
: Universitäres Herzzentrum Ulm: Taktgeber der süddeutschen Herzmedizin

AnzeigeWie das Herzzentrum Ulm den herzmedizinischen Herausforderungen mit Empathie und Innovation begegnet, erläutert Prof. Rottbauer.
Von
Julika Nehb
Ulm
Das Direktorium des Universitären Herzzentrums Ulm in der Planungsdiskussion. Von links nach rechts: Prof. Wolfgang Rottbauer, Prof. Andreas Liebold, Prof. Christian Apitz, Prof. Dominik Buckert.

Das Direktorium des Universitären Herzzentrums Ulm in der Planungsdiskussion. Von links nach rechts: Prof. Wolfgang Rottbauer, Prof. Andreas Liebold, Prof. Christian Apitz, Prof. Dominik Buckert.

Universitätsklinikum Ulm

Auf dem 2025 veröffentlichten „Smart City Index“, der die Innovations- und Zukunftsfähigkeit deutscher Großstädte bewertet, landete Ulm bundesweit auf Platz 11. Würde dabei auch das neue Herzzentrum des Ulmer Universitätsklinikums, dessen Baubeginn bevorsteht, berücksichtigt werden, dürfte die Platzierung in den kommenden Jahren weitaus höher ausfallen. Denn das klinische Großprojekt am Oberen Eselsberg ist für die vielfältigen Herausforderungen der Herzmedizin der Zukunft konzipiert.

Am Oberen Eselsberg entsteht ein hoch spezialisiertes Herzzentrum für die Region

Der Versorgungsbedarf von Herzpatientinnen und -patienten wird um bis zu 25 % steigen: Das liegt zum einen an den älter werdenden Babyboomer-Jahrgängen, die für einen Anstieg der Patientenzahlen sorgen, und zum anderen an der Krankenhausstrukturreform, die u.a. die herzmedizinische Versorgung auf wenige, große Zentren wie das Universitätsklinikum Ulm verlagern wird. Als zentrale Anlaufstelle für Spitzenmedizin wird das Herzzentrum Ulm nicht nur weiterhin die größtmögliche Sicherheit für die Patientinnen und Patienten aus Ulm und der Region Süddeutschland gewährleisten können, sondern auch die besten Behandlungsergebnisse, sagt Prof. Wolfgang Rottbauer: „Im zukünftigen Herzzentrum bündeln wir die modernste ambulante und stationäre Herzmedizin noch enger. So schaffen wir ein patientenzentriertes Umfeld, in dem Innovationskraft, Spezialisierung, Interdisziplinarität und die Sicherung von Behandlungsqualität jeden Tag priorisiert werden“.

Prof. Rottbauer ist Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin II (Kardiologie, Angiologie, Pneumologie, Internistische Intensivmedizin, Sport- und Rehabilitationsmedizin) am Universitätsklinikum Ulm. Gemeinsam mit Prof. Andreas Liebold, dem Ärztlichen Direktor der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, leitet Rottbauer das Universitäre Herzzentrum Ulm und ist mit der Masterplanung für das neue Herzzentrum betraut – ein Multi-Millionenprojekt. Die aufgrund des steigenden Versorgungsbedarfs notwendigen Wachstumsbereiche und zusätzlichen Kapazitäten wurden dabei kontinuierlich miteinbezogen, sodass im neuen Herzzentrum derzeit mit mindestens neun Hybrid-Herzkatheterlaboren, zwei Kardio-MRTs sowie ein bis zwei Herz-CTs geplant wird.  ​

Das Universitäre Herzzentrum Ulm in der Simulation des sogenannten Modul 1 der Masterplanung für den Campus am Oberen Eselsberg

Das Universitäre Herzzentrum Ulm in der Simulation des sogenannten Modul 1 der Masterplanung für den Campus am Oberen Eselsberg

Universitätsklinikum Ulm

Das Gebäude, das am Oberen Eselsberg entstehen wird, ist inzwischen raumscharf geplant, die Inbetriebnahme für 2035 anvisiert. Rottbauer und die Herzmediziner sind zwar vorwiegend mit der Innenarchitektur des Gebäudes beschäftigt, dessen Infrastruktur die Versorgungswege der zukünftigen Patienten so effizient und kurz wie möglich organisieren wird und das über entsprechende Räumlichkeiten mit der neuesten Ausstattung, etwa im Bereich der KI-basierten Bildgebungsverfahren in den Herzkatheterlaboren, verfügen wird. Doch er freut sich auch über die Entwürfe für die Gebäudefassaden, die sich derzeit noch im Bewilligungsverfahren befinden: „Es wird ein Ort werden, an dem sich Menschen, auch wenn sie sich in medizinischer Behandlung befinden, wohlfühlen können.“​

Ein empathisches Miteinander

Denn schließlich stehe der Mensch und dessen bestmögliche Versorgung immer im Mittelpunkt. Die Patientinnen und Patienten, die ins Universitäre Herzzentrum Ulm kommen, profitieren bereits jetzt von modernsten Gerätschaften, fachlicher Interdisziplinarität und von höchster Behandlungsqualität und Erfahrung, die sich von der ambulanten Herzmedizin bis hin zu komplexen Herzkathetereingriffen und Herzoperationen vom Kleinkind bis zum Senior aus einer Hand erstreckt – die Ulmer Herzmedizin wird regelmäßig ausgezeichnet. „Wir haben bereits im jetzigen Klinikalltag erste innovative, spezialisierte, qualitätsgesicherte und interdisziplinäre Strukturen im Herzzentrum geschaffen, wie eine gemeinsame Aufnahme- und Überwachungsstation, um alle Herzpatienten nach den bestmöglichen medizinischen Standards und durch ein gemeinsames Team aus Herzspezialisten versorgen zu können.“ Das gilt auch für die Zukunft.​

Die zunehmende interdisziplinäre Ausrichtung im Herzzentrum führt dazu, dass die Patientenversorgung neu organisiert wird, dass Kommunikationsstrukturen zusammengelegt werden und immer intensiver im Team agiert wird: „Viele herzmedizinische Stationen, die früher getrennt waren, sind inzwischen zusammengelegt worden. Diese werden im neuen Gebäude räumlich noch enger gebündelt werden.“ Auch die Schnittstelle zum Zentrum für Seltene Erkrankungen wird enger in das neue Herzzentrum integriert werden. Denn, so betont der international renommierte Kardiologe, der Fokus gehe weg von den jeweiligen Berufsgruppen einzelner Spezialisten und hin zum interprofessionellen Herz-Team aus hoch spezialisierten Fachärztinnen und -ärzten und entsprechend ausgebildeten medizinischen Fach- und Pflegekräften.​

Es ist für Prof. Rottbauer eine Herzensangelegenheit, im Umgang mit den Patienten empathisch zu handeln. „Wir möchten den Menschen, die zu uns kommen, vermitteln, dass wir sie ernst nehmen, uns für ihre gesundheitlichen Probleme verantwortlich fühlen, Lösungswege erarbeiten und ihnen ein Behandlungsangebot machen. Dazu brauchen wir das uns begleitende Personal, das mit uns im Team agiert, um die Patientinnen und Patienten bestmöglich zu versorgen: von der Aufnahme über die interventionelle oder operative Behandlung bis hin zur postprozeduralen intensivmedizinischen Betreuung, Entlassung und poststationären Betreuung.“

Medizinische Innovation und Künstliche Intelligenz

Die zentrale Bündelung der Behandlung an einem Ort begünstigt außerdem medizinische Innovationen und Forschung, die zum universitären Grundauftrag gehört, sagt Prof. Rottbauer. Dazu gehört es, an Studien teilzunehmen, forschungsrelevante Daten zu erheben, und Technologien, die auf Basis von Künstlicher Intelligenz arbeiten, mit relevanten Informationen und Datensätzen zu trainieren. „Künstliche Intelligenz kann in vielen Fällen ein Segen für die Herzmedizin sein. Beispielsweise kann sie uns auf Basis eines bestimmten Algorithmus Vorschläge für mögliche Herzklappenersatzmodelle machen. Entscheidend ist jedoch, die KI kontinuierlich durch den Menschen zu überwachen – denn die Patientensicherheit steht immer an oberster Stelle.“

Zur Person

Prof. Dr. med. Wolfgang Rottbauer ist Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin, Herz-MRT und die Behandlung von angeborenen Herzfehlern. Am Universitätsklinikum Ulm leitet er u.a. das interdisziplinäre und überregionale Herzzentrum.

Tag der offenen Tür

Im Herbst 2026 wird im Rahmen der Herzwochen ein Tag der offenen Tür im Herzzentrum Ulm veranstaltet.

Kontakt

Universitäres Herzzentrum Ulm
Klinik für Innere Medizin II
Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm
Tel.: 0731 500-45001
sekretariat.rottbauer@uniklinik-ulm.de
www.uniklinik-ulm.de/innere-medizin-ii