Mainhardt Zuschüsse retten die Kalkulation

Bisher zahlten die Mainhardter 2,70 Euro pro Kubikmeter Wasser, nun sind es nur noch 2,62 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer.
Bisher zahlten die Mainhardter 2,70 Euro pro Kubikmeter Wasser, nun sind es nur noch 2,62 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. © Foto: Z5836/_Lukas Schulze
Mainhardt / Maya Peters 01.06.2018
Mainhardter Haushalte können sich freuen: Wasserverbrauch und Abwasser werden rückwirkend günstiger. Die fortgeschriebene Globalberechnung steigt jedoch leicht.

Das ist nicht der Normalfall“, beginnt Stefan Kasteel von der Allevo Kommunalberatung. Im Auftrag der Gemeinde Mainhardt kalkuliert er im Zweijahresturnus die Wasserverbrauchs- und Abwassergebühren des Eigenbetriebs Wasser. „Die Gebühren sinken rückwirkend zum Januar 2018 bis 31. Dezember 2019“, verkündet er die frohe Botschaft.

Der Grund für die Senkung: Die Mengen seien in den letzten Jahren um etwa zehn Prozent gestiegen. Der Mittelwert über fünf Jahre liege nun bei 316.000 Kubikmeter gegenüber 296.000 Kubikmeter in der letzten Kalkulation. „Mainhardter Betriebe haben mehr Wasser verbraucht“, beantwortet Kasteel die Nachfrage von Tilmann Schoch nach den Gründen. Namen nennt er aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht.

Erhebliche Investitionen

Bisher zahlten die Mainhardter 2,70 Euro pro Kubikmeter Wasser, nun sind es nur noch 2,62 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. „Mit solchen Zahlen dürften Sie immer kommen“, lächelt Bürgermeister Damian Komor. „Und das trotz erheblicher Investitionen in 2018“, betont er. Denn der Wasserturm Hohenstraßen samt Technik wurde für rund 1,6 Millionen Euro neu gebaut. Zudem wurden Quellschächte und Tiefbrunnen saniert und teils erschlossen, Fernwirktechnik wurde installiert. „Wenn Sie dafür nicht erhebliche Zuschüsse vom Land bekommen hätten, sähe unsere Kalkulation anders aus“, macht Kasteel die Entlastung nochmals deutlich.

Eine größere prozentuale Senkung gibt es auch beim Abwasser: Schmutzwasser kostet nun 2,32 Euro statt vorher 2,95 Euro pro Kubikmeter Frischwasserbezug. Die Niederschlagswassergebühr wird zukünftig mit 0,38 Euro pro Quadratmeter befestigter Fläche kalkuliert. Vorher wurden 0,48 Euro dafür fällig. Die Betriebskosten seien fast gleich geblieben, doch die Belastung durch die Abschreibung von Anlagen ist um 142 000 Euro gesunken. „Doch es ist eine Prognose, ein Rest Ungewissheit bleibt“, mahnt Stefan Kasteel. Die Gemeinde muss die Gebühren nach dem Kostendeckungsprinzip kalkulieren. In den Vorjahren wurde zu viel eingenommen, was nun an die Verbraucher auch mit der Gebührensenkung zurückgegeben werde, erläutert er. Auch beim Abwasser sei die Menge in den letzten Jahren gestiegen: vom Fünf-Jahres-Mittelwert 291.000 Kubikmeter auf 304.000 Kubikmeter. Der Gemeinderat billigte die gesenkten Gebühren und den kalkulatorischen Zinssatz von 4,5 Prozent einvernehmlich. Bei der Globalberechnung für die Kanal-, Klär- und Wasserversorgungsbeiträge jedoch kann Ricarda Merchel von der Allevo Kommunalberatung im Gemeinderat keine Entlastung vermelden, denn: „Zuletzt wurde diese 2002 aktualisiert“, erläutert sie. Diese 16 Jahre alten Zahlen wurden nun mit Kämmerer Friedmar Wagenländer fortgeschrieben. „Gebühren sollen die laufenden Kosten absichern, Beiträge sind einmalige Zahlungen beim Anschluss des Grundstücks“, erklärt sie den deutlichen Unterschied.

Beiträge gelten bis 2028

In die Berechnungen für die Globalbeiträge fließen Investitionskosten abzüglich Zuschüsse ein, auch zukünftige Anschlusskosten wie für die Baugebiete Omega oder Sommersgut. „Beitragsmaßstab für Mainhardt sind die Nutzungsflächen“, betont Merchel. Der Kanalbeitrag steigt somit zukünftig von 2,60 Euro pro Quadratmeter auf 3,47 Euro. Der Klärbeitrag erhöht sich von 0,90 Euro pro Quadratmeter auf 0,99 Euro. Für die Wasserversorgungsbeiträge werden 3,38 Euro pro Quadratmeter Nutzungsfläche fällig statt wie bisher 2,70 Euro. Die Beiträge gelten bis 2028 und sind von Grundstücksbesitzern einmalig für den bereitgestellten Anschluss zur teilweisen Kostendeckung an die Gemeinde zu zahlen.

Der Gemeinderat stimmt der aktualisierten Berechnung und dazugehörigen Wasserversorgungssatzungsänderung zu. Der Beitragssatz tritt heute in Kraft, die Verbrauchsgebühren gelten rückwirkend ab Jahresanfang.

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