Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr jeweils zur Hälfte an Arthur Ashkin (USA) sowie an Gérard Mourou (Frankreich) und Donna Strickland (Kanada) für ihre bahnbrechenden Erfindungen im Bereich der Laserphysik.

Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mit. Die höchste Auszeichnung für Physiker ist mit umgerechnet etwa 870.000 Euro (9 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert.

Arthur Ashkin bekommt den Preis für die Entwicklung optischer Pinzetten und ihre Anwendung in biologischen Systemen, Gérard Mourou und Donna Strickland erhalten die Auszeichnung für ihre Methode zur Erzeugung von hochintensiven, ultra-kurzen optischen Pulsen.

Licht als Werkzeug

Ihre Erfindungen lassen die Welt in neuem Licht erscheinen. Für die Entwicklung effizienter Werkzeuge aus Licht bekommen drei Laser-Physiker aus den USA, Frankreich und Kanada den diesjährigen Nobelpreis für Physik. Donna Strickland ist erst die dritte Frau, die mit einem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet wird. „Zuerst muss man denken: Das ist verrückt“, so die erste Reaktion der Kanadierin.

Arthur Ahsik (geboren 1922) hat mit Optischen Pinzetten hochpräzise Werkzeuge für die Wissenschaft entwickelt. Deren „Finger aus Laserstrahlen“ können Partikel, Atome oder Moleküle greifen. Selbst Viren, Bakterien und andere lebende Objekte können damit festgehalten und untersucht werden - ohne dass sie dabei Schaden nehmen. In vielen Laboren würden heute solche Laserpinzetten bereits eingesetzt, um biologische Phänomene zu untersuchen, etwa Proteine, molekulare Motoren, DNA oder das Innenleben von Zellen, heißt es in der Begründung des Nobelkomitees. Sie eröffnen neue Möglichkeiten, die Maschinerie des Lebens zu beobachten und kontrollieren.

Gérard Mourou (geboren 1944) und Donna Strickland (geboren 1959) entwickelten in den 1980er Jahren ein Verfahren, Laserpulse zu verkürzen und zu verstärken. Dieses sogenannte Verstärkung gechirpter Pulse (Chirped Pulse Amplification) wird inzwischen nicht nur in der Forschung eingesetzt, sondern auch in der Medizin, etwa bei Augenoperationen.

Medizin-Nobelpreis für Immuntherapie gegen Krebs

Am Montag waren bereits die Preisträger in Medizin bekanntgegeben worden: Der US-Amerikaner James Allison und der Japaner Tasuku Honjo erhalten dieses Jahr die höchste Medizin-Auszeichnung für die Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs. Sie hatten entdeckt, dass bestimmte Proteine als eine Art Bremse auf das Immunsystem wirken und es von der Bekämpfung von Tumorzellen abhalten - und Methoden dafür entwickelt, diese Bremse zu lösen.

Am Mittwoch werden die Träger des Chemie-Nobelpreises verkündet. Am Freitag folgt die Bekanntgabe des diesjährigen Friedensnobelpreisträgers. Der Literaturnobelpreis fällt in diesem Jahr nach einem Skandal im Jurygremium aus. Dafür soll er 2019 an zwei Autoren vergeben werden.

Am kommenden Montag ist dann die Wirtschaft dran. Die feierliche Überreichung der Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

Mit Wellen ins All blicken

Im vergangenen Jahr hatten drei US-Forscher für den Nachweis von Gravitationswellen den Physik-Nobelpreis erhalten. Die Hälfte des Preisgeldes bekam der gebürtige Deutsche Rainer Weiss, der als Kind mit seiner Familie vor den Nazis in die USA geflohen war. Die andere Hälfte teilten sich Barry Barish und Kip Thorne. Mit Hilfe der von Albert Einstein vorhergesagten Wellen können Forscher künftig sehr tief ins All schauen. Sie entstehen, wenn Massen stark beschleunigt werden - etwa beim Verschmelzen Schwarzer Löcher.

Das könnte dich auch interessieren: