Auch der zweite Höhentest eines Fallschirms für das ExoMars-Projekt 2020 ist misslungen. Das hat die Europäische Raumfahrtagentur (Esa) mitgeteilt, nachdem das pakistanische Online-Medium UrduPoint darüber berichtet hatte. Steht damit der Start des europäisch-russischen Projekts am 26. Juli 2020 auf der Kippe?

Es werde schwierig, den Starttermin 26. Juli bis 11. August (Termin von Michael Khan von der Esoc in scilogs präzisiert) in nächsten Jahr zu halten, schreibt der russische Raumfahrtexperte Anatoly Zak auf russianspaceweb.com. In Kreisen der Europäischen Raumfahrtagentur (Esa) heiße es, es sei noch zu früh, die Auswirkung der jetzt zwei fehlgeschlagenen Fallschirmtests auf das Projekt zu beurteilen.

Im ersten Test traten Risse auf

Die Hardware von ExoMars besteht aus einem Raumschiff, einer Landeplattform und einem Rover. Landeplattform und Rover sollen im März 2021 in der Marsatmosphäre mit zwei riesigen Fallschirmen für die Landung gebremst werden. Der Rover soll anschließend nach Spuren von (vergangenem) Leben suchen.

  

Infos zum Stand von Exomars lesen Sie hier.

  

Beim ersten Test aus 29 Kilometern Höhe am 28. Mai waren in den beiden Hauptfallschirmen Risse aufgetreten. Allerdings sei die Ladung an der geplanten Stelle niedergegangen, teilte die Esa mit. Die Risse seien beim Herausreißen der Fallschirme aus ihrem Sack entstanden, dass sollte behoben werden, indem die Fallschirme und die Leinen anders gepackt werden.

Wieder Probleme vor dem Entfalten

Eigentlich sei für den 5. August alles korrekt ausgeführt worden, was an Lehren aus den Mängel vom 28. Mai gezogen worden sei, teilte die Esa gestern mit. Dennoch seien vor dem Entfalten des Schirms wieder Schäden aufgetreten, ähnlich wie im Mai. Infolgedessen sei der Testlander abgestürzt; er war, wie spektrum.de schreibt, „nur noch vom Pilotfallschirm gebremst“ worden (der Pilotfallschirm ist ein kleiner Fallschirm, der den großen aus dem Sack zieht).

Einen detaillierten Überblick über die Fallschirmtechnik gibt Michael Khan in scilogs.spektrum.de

Francois Spoto, Esas Exo­Mars-Leiter, zeigte sich enttäuscht. „Aber wie immer arbeiten wir weiter daran, die Gründe für den Defekt zu verstehen und ihn zu beheben, um nächstes Jahr starten zu können.“

Update 12.08.2019: Stellungnahme der Esa.

Update 19.08.2019: Ergänzung um Hinweise auf spektrum.de und Scilogs.spektrum.de und Korrektur der Startfensterzeit.