Die Maskenpflicht rückt angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland immer stärker in den Blickpunkt. Mehrere Bundesländer verschärfen die Strafen für „Maskenmuffeln“. So will etwa Nordrhein-Westfalen bei Verstößen gegen die Maskenpflicht künftig ohne Vorwarnung ein Bußgeld von 150 Euro verhängen. In Baden-Württemberg sind bis zu 250 Euro an Bußgeld fällig.

Corona-Maskenpflicht in der Schule - das empfehlen Experten

Vor dem Ende der Sommerferien in mehreren Bundesländern reißt zudem die Debatte um eine Maskenpflicht im Klassenzimmer nicht ab. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle empfiehlt zumindest für ältere Schüler das Tragen einer Maske - auch während des Unterrichts.

Ab der fünften Klasse sollte eine Corona-Maske getragen werden

Eine Maskenpflicht an Schulen ist - außer in Nordrhein-Westfalen - bislang allenfalls für den Schulhof und das Treppenhaus vorgesehen. Eine Stellungnahme der Leopoldina macht sich aber auch für Schutzmasken im Klassenzimmer stark. In einem Papier, an dem unter anderen der Charité-Virologe Christian Drosten und RKI-Präsident Lothar Wieler mitgearbeitet haben, wird empfohlen, dass von der fünften Klasse an auch im Unterricht Maske getragen wird, wenn nicht ausreichend Abstand möglich ist.

RKI-Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigt weiter

Die Zahl der Corona-Fälle geht in Deutschland seit Mitte Juli wieder deutlich nach oben. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen meldete, wurden binnen eines Tages mehr als 1000 Neuinfektionen gemeldet.

Ohne Corona-Maske in NRW: Bußgeld zahlen und aussteigen

In öffentlichen Verkehrsmitteln soll die Pflicht zum Tragen einer Schutzmaske deshalb rigoroser durchgesetzt werden als bisher. In Nordrhein-Westfalen wurde ein Bußgeld bisher erst dann fällig, wenn Fahrgäste sich trotz einer entsprechenden Aufforderung weiter weigerten, die Maske aufzusetzen. Diese Ermahnung soll nun wegfallen. „Wer ohne Mund-Nasen-Schutz erwischt wird, muss an der nächsten Haltestelle raus und zahlen“, erklärte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) in der „Rheinischen Post“ (Mittwoch).

Diese Bußgelder plant Schleswig-Holstein für Corona-Maskenmuffel

Schleswig-Holstein will nun ebenfalls Bußgelder für Maskenverweigerer einführen. „Wir finden die Idee gut“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) in Kiel. Niedersachsen möchte das Bußgeld nach nordrhein-westfälischem Vorbild von derzeit 20 auf 150 Euro anheben.

Jens Spahn verteidigt Maskenpflicht

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verteidigte die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. „Mich nervt das Maske-Tragen auch manchmal, aber es ist doch im Vergleich zu allen anderen Dingen, die wir erlebt haben im März, April ein echt milderes Mittel“, sagte der CDU-Politiker im „Morning Briefing“-Podcast von Gabor Steingart.

Lokale Maskenpflicht im Unterricht wegen Corona möglich

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hält eine lokal begrenzte Maskenpflicht im Unterricht im Fall eines Corona-Hotspots für möglich. „Es ist im Rahmen des kommunalen Krisenmanagements durchaus denkbar, dass die Verantwortlichen vor Ort entscheiden, aufgrund der akuten Infektionslage eine Maskenpflicht für einen befristeten Zeitraum vorzusehen“, sagte Weil der Deutschen-Presse-Agentur in Hannover.
Trotz der Corona-Pandemie sollen die Schulen nach den Sommerferien wieder den Regelbetrieb aufnehmen. Mecklenburg-Vorpommern war bereits am vergangenen Montag ins neue Schuljahr gestartet. Hamburg folgt an diesem Donnerstag, danach sind Berlin, Brandenburg, NRW und Schleswig-Holstein an der Reihe. „Schülerinnen und Schüler haben ein Recht auf Bildung, dieses lässt sich am besten in der Schule verwirklichen“, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD).
Anders als die Schulen will die Fußball-Bundesliga zwar noch nicht zum Regelbetrieb zurückkehren, doch zumindest eine geringe Zahl von Fans in den Stadien ermöglichen. Das Konzept der Proficlubs, das ein Verbot von Alkohol, Stehplätzen und Gästefans vorsieht, stößt bei der Bundesregierung auf vorsichtige Zustimmung. Es komme entscheidend auf die Umsetzung vor Ort an, hieß es aus dem Gesundheitsministerium. Die Signale aus den Bundesländern sind jedoch verhalten. Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) äußerte sich skeptisch, und Niedersachsens Regierungschef Weil sagte: „Ob das dann auch in der Praxis so durchzuhalten ist, das wird erst noch sehr genau zu prüfen sein.“