Kommentar Dieter Keller zur Gefahr einer Rezession Zu viel Jammer

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Berlin / Dieter Keller 08.01.2019

Von Zuständen wie in Deutschland träumen viele unserer Nachbarn in Europa. Die Wirtschaft wächst seit Jahren. In vielen Regionen herrscht Vollbeschäftigung. Die Kapazitäten sind bis zur Halskrause ausgelastet. Gerade bei allem rund um den Bau sind höhere Investitionen gar nicht umzusetzen, weil die Arbeiter fehlen. Handwerker sind Mangelware. Der Staat kommt ohne neue Schulden aus.

Andere würden dann eine Flasche Wein aufmachen und sich des schönen Lebens freuen. Was machen wir deutschen Dauernörgler? Wir sind nicht zufrieden, sondern reden schon mal über die nächste Rezession. Die kommt zwar so sicher wie das Amen in der Kirche. Aber noch ist nicht abzusehen wann. Vor allem aber: Man kann einen Abschwung auch herbeireden. Geschäftserwartungen, die regelmäßig von Konjunkturforschern abgefragt werden, sind nicht nur eine Sache objektiver Kriterien. Das Bauchgefühl spielt auch eine wichtige Rolle. Das kann die schlechte Stimmung noch verstärken.

Zugegeben, auch wir Medien tragen dazu bei. Dass es gut läuft, ist seltener eine Meldung als irgendwelche Katastrophen, Pleiten, Personalabbau. Viele Betriebe suchen händeringend Fachkräfte. Die Löhne vieler Arbeitnehmer steigen deutlich. Von einer drohenden Rezession zu reden, ist da schwer verständlich.

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