Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes lagen die Verbraucherpreise um 3,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Einen höheren Wert hatten die Statistiker für Deutschland zuletzt im Dezember 1993 mit damals 4,3 Prozent ermittelt. Details zur Entwicklung der Teuerungsrate gibt die Wiesbadener Behörde am Mittwoch, 8 Uhr, bekannt.
Den vorläufigen Angaben zufolge hatte auch im Juli vor allem der anhaltende Anstieg der Energiepreise die Inflation angeheizt. Mit Ausbruch der Corona-Krise waren die Rohölpreise im vergangenen Jahr wegen geringer Nachfrage auf dem Weltmarkt eingebrochen. Seither haben sie sich erholt.
Die Teuerung dürfte in den nächsten Monaten weiter anziehen. Ökonomen halten das jedoch für ein vorübergehendes Phänomen. Ein gewichtiger Grund für den Anstieg ist ein sogenannter Basiseffekt: Um den Konsum in der Corona-Krise anzukurbeln, hatte der Bund die Mehrwertsteuer befristet vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 gesenkt. Seit Januar 2021 gelten wieder die regulären Mehrwertsteuersätze, Waren und Dienstleistungen werden also tendenziell wieder teuer.