Kommentar Dieter Keller zur DIW-Studie zur Altersversorgung Windige Wissenschaftler

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Berlin / Dieter Keller 13.09.2018

Wes’ Brot ich ess, des’ Lied ich sing. Nach diesem Prinzip der Söldner hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) offensichtlich seine Studie zu den Lücken bei der Sicherung des Lebensstandards im Alter gestrickt. Bezahlt hat sie die gewerkschaftsnahe Böckler-Stiftung. Heraus kommt, was die Gewerkschaften gern beklagen: Die gesetzliche Rente reicht bei weitem nicht fürs gute Leben.

Zu diesem Ergebnis kommt das DIW auf abenteuerlichen Wegen. Groß stellt es heraus, wie niedrig die Ansprüche auf gesetzliche Rente und andere Quellen sind, die 55- bis 64-Jährige bereits angesammelt haben. Nur sagen die leider gar nichts über die tatsächliche Höhe der Alterseinkünfte aus. Denn die älteren Beschäftigten haben häufig noch zehn und mehr Jahre vor sich, bis sie in Rente gehen. In dieser Zeit erhöhen sich ihre Ansprüche. Daneben haben die Forscher nicht etwa den Normalfall untersucht, nämlich das Arbeiten bis zur Regelaltersgrenze von aktuell 65 Jahren und sieben Monaten, sondern nur bis 64. Die Absicht ist klar: Die Gewerkschafen sind gegen jede Anhebung der Altersgrenze, obwohl sie für höhere Renten sorgt.

Wer so windig arbeitet, ruiniert nicht nur den Ruf der gesetzlichen Rente, sondern auch seinen eigenen als seröriöser Wissenschaftler. Das schadet dem Ansehen des DIW.

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