Börsenparkett Wieder Hoffnung

Frankfurt / Rolf Obertreis 05.11.2018

Einem frustrierenden Oktober mit Kursverlusten von 6,5 Prozent folgen die beiden ersten Handelstage im November mit einem Plus von zeitweise rund 5 Prozent. Befeuert wurde der Index vor allem von der angeblichen Annäherung zwischen den USA und China im Handelskonflikt. Ob was dran ist, bleibt unklar. Ebenso unsicher ist, ob die italienische Regierung nach der Europawahl im Mai doch wieder stärker spart.

 Ist das nur ein Strohfeuer oder der Start einer nachhaltigen Erholung, fragen sich Börsianer und Volkswirte. So recht trauen viele dem Frieden nicht. Von „vermeintlichen“ Fortschritten spricht Claudia Windt von der Landesbank Hessen-Thüringen. „Tagesmeldungen können sich rasch ins Gegenteil verkehren, was in diesem Jahr beliebige Übung war.“ So haben sich Meldungen über Fortschritte bei den Brexit-Verhandlungen laut EU als „irreführend“ erwiesen.

 Gleichwohl schöpfen etliche Experten wieder Hoffnung. Andreas Hürkamp von der Commerzbank erwartet eine nachhaltige Erholung, wenn sich im Handelskonflikt, beim Brexit und in Italien Lösungen abzeichnen. Die Notenbanken stehen steigende Aktienkurse jedenfalls nicht im Weg, glaubt er. „Die Geldpolitik sowohl im Euroraum als auch in den USA ist noch zu expansiv für einen Dax-Bärenmarkt.“ Der Bär steht an der Börse für fallende, der Bulle für steigende Kurse. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank schreibt die Erholung auch den „weiterhin guten Unternehmensberichten“ für das dritte Quartal zu.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel