Kommentar Helmut Schneider zu flexibleren Arbeitszeiten Vor hundert Jahren anders

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Ulm / Helmut Schneider 02.01.2019

Der Acht-Stunden-Tag ist in Deutschland vor hundert Jahren eingeführt worden – als soziale Verbesserung für die Beschäftigten. Vor hundert Jahren sah die Arbeitswelt noch so aus, wie man sich das heute kaum mehr vorstellen kann. Ist es da nicht an der Zeit, auch den Acht-Stunden-Tag als Regelvorgabe zu hinterfragen?

Natürlich ist das legitim und folgt einem schon länger anhaltenden Trend, der für einzelne Berufsgruppen in einzelnen Tarifverträgen festgeschrieben ist. Was Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer fordert ist daher nur folgerichtig und nichts weniger als eine Reaktion auf die Anforderungen einer dramatisch veränderten Arbeitswelt.

Es geht nicht darum, die zweifellos soziale Errungenschaft des Acht-Stunden-Tages zurückzudrehen – auch wenn Gewerkschaften dies behaupten. Es geht nicht um länger arbeiten, sondern um flexibler arbeiten. Was spricht dagegen, an einem Tag zehn Stunden in Fabrik oder Büros zu sein, wenn dies über einen längeren Zeitraum wieder ausgeglichen wird? Nichts spricht dagegen.

Auch für die meisten Beschäftigten wäre es kein Nachteil, mal länger in der Firma zu bleiben, um dafür an einem anderen Tag entsprechend später kommen zu müssen. Das kann auch mehr persönliche Flexibilität bedeuten. Die Arbeitswelt von heute ist anders als vor hundert Jahren.

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