Finanzen Steuerzahlergedenktag: Von 1 Euro bleiben nur 45,7 Cent

Ab heute wirtschaften Bürger und Betriebe wieder für den eigenen Geldbeutel.
Ab heute wirtschaften Bürger und Betriebe wieder für den eigenen Geldbeutel. © Foto: Oliver Berg/dpa
Deutschland / swp 18.07.2018
Seit 4.40 Uhr am 18. Juli arbeiten Bürger und Betriebe wieder für die eigene Tasche. Alle Einnahmen, die sie zuvor erwirtschaftet haben, gingen rein rechnerisch als Steuern an den Staat.

Wer in Deutschland lebt und arbeitet, verdient im internationalen Vergleich sehr gut – vor Abzug der Steuer. Die Nettoeinkommen rangieren dagegen lediglich im Mittelfeld. Wie der Bund der Steuerzahler (BdSt) vorrechnet, bleiben von jedem verdienten Euro nur 45,7 Cent zur freien Verfügung. 90 Prozent der Deutschen empfinden diese Belastung eine repräsentativen Umfrage zufolge als „zu hoch“.

Illustriert wird diese Belastung durch den Steuerzahlergedenktag, den der BdSt jährlich ausruft. In diesem Jahr fällt er auf den 18. Juli. Ab 4.40 Uhr an diesem Tag arbeiten Bürger und Betriebe wieder für den eigenen Geldbeutel. Alles, was sie zuvor verdient haben, fließt rein rechnerisch an den Staat.

Alle Steuern und Beiträgen eingerechnet

Der Steuerzahlergedenktag bezieht sich auf Steuern und Abgaben, die der Staat vereinnahmt. Ebenfalls eingerechnet werden sogenannte Quasi-Steuern wie den Rundfunkbeitrag, die EEG-Umlage und vier weitere Sonderumlagen auf Strom sowie die Konzessionsabgabe auf Strom, Gas und Wasser. Der Tag wird auf Grundlage der volkswirtschaftlichen Einkommensbelastungsquote ermittelt. Dafür wird das gesamte Aufkommen aus Steuern, Quasi-Steuern und den Zwangsbeiträgen zur Sozialversicherung ins Verhältnis zum Volkseinkommen gesetzt. Im Jahr 2018 liegt sie bei voraussichtlich 54,3 Prozent – über die Hälfte des Einkommens fließt demnach den den Staat.

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