Westmittelfranken ist das Ballungsgebiet für Kunststoffverarbeitung im süddeutschen Raum. Allein in der Region Ansbach sind über 250 Betriebe der kunststoffverarbeitenden Branche angesiedelt und haben sich hier zwischenzeitlich mit über 4000 Beschäftigten zum wichtigsten Industriezweig entwickelt – sie sind in ihrer Konzentration und Infrastruktur einmalig in Bayern. „Alle wesentlichen Verarbeitungstechniken im Kunststoffbereich sind im Wirtschaftsraum Ansbach präsent“, berichtet der Wirtschaftsförderer des Landkreises Ansbach, Thomas Merkel, stolz beim Treffen der Kunststoffbranche diese Woche in Feuchtwangen bei den benachbarten Firmen Dauer GmbH und Layer Manufactory GmbH.

Diese geballte Kunststoffkompetenz strahle natürlich bis in den Landkreis Schwäbisch Hall aus. Viele der Beschäftigten pendeln „über die Grenze“ ins Fränkische. Auch namhafte Unternehmen aus der Region profitieren von der Kunststoff-Expertise der Nachbarn. Gerade wenn man Zulieferbetriebe, wie Formenbauer oder Beschichter, oder auch Unternehmen aus der Verpackungsmaschinenbranche miteinbezieht.

„Ein wichtiger Kunde von uns ist zum Beispiel die Firma Schubert aus Crailsheim. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit schätzen wir sehr“, erklärt André Dauer, Inhaber der Dauer GmbH. Der Auftakt des Netzwerkabends fand in den Räumlichkeiten seines Betriebes statt. Die Dauer GmbH beliefert unter anderem auch große Namen in der Automobilindustrie, wie Porsche und Audi, mit Spritzgussteilen. Die Elektroindustrie und Maschinenbauer gehören ebenso zu den Kunden wie Unternehmen aus dem Bereich Heim und Garten wie der Bau- und Gartenmarktriese Obi. Die Spritzguss-Experten haben sich im Laufe der Jahre am Markt etabliert und sind mittlerweile nicht nur bei regionalen Unternehmen gefragt, sondern auch bei den „ganz Großen“ angekommen.

Einen bekannten Namen machen muss sich das zweite Gastgeberunternehmen des Treffens noch. Tim Riedmüller steht mit seiner Firma Layer Manufactory, die sich in direkter Nachbarschaft der Dauer GmbH befindet, noch relativ am Anfang. „Offiziell hab ich mein Unternehmen im Oktober 2017 gegründet – richtig starten konnten wir aber erst im März 2018, da wir viele Umbauarbeiten hatten“, erklärt der 28-Jährige. Er hat sich auf die additive Fertigung spezialisiert. Diese gilt als eine der innovativsten Technologien zur Herstellung von Bauteilen. Ausgehend von 3-D-Konstruktionsdaten wird Material aufgetragen, um ein Bauteil schichtweise zu erstellen. „Mein Ziel ist es, die additive Fertigung beziehungsweise den 3-D-Druck weiter in der Region und darüber hinaus voranzubringen und hier ,Entwicklungshilfe’ zu leisten.“ Viele Branchen wüssten gar nicht, welche Möglichkeiten sich für ihre Produktion durch diese moderne Technologie eröffnen. „Ich finde es immer gut, wenn Interessierte bei uns vorbeikommen, um sich über die verschiedenen Verfahren zu informieren. Wenn man das einmal live sieht und auch die Ausstellungsstücke in die Hand nehmen kann, erschließen sich die Einsatzmöglichkeiten viel besser“, ist Riedmüller überzeugt. Daher freut er sich auch sehr, dass das diesjährige Kunststofftreffen gerade hier in Feuchtwangen stattfindet. „Für mich ist diese Veranstaltung eine große Chance, um bekannter zu werden, um neue Kontakte zu knüpfen.“ Der Firmengründer ist fest davon überzeugt, dass sein Start-up die nötige Kompetenz besitzt, um „auch über die Landesgrenzen hinaus“ potenzielle Kunden von seinem Können zu überzeugen.

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Mal hat die Wirtschaftsförderung Landkreis Ansbach nun bereits die Netzwerkveranstaltung organisiert und überwindet so die Landesgrenzen.

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Ausgaben der Netzwerkveranstaltung hat die Wirtschaftsförderung Landkreis Ansbach nun bereits organisiert. Das Treffen wird auch von heimischen Unternehmen gerne besucht.