Kommentar Dieter Keller zu Trumps Kritik an der Notenbank Verrückter Präsident

Korrespondent Berlin,Autorenfoto 2014,Dieter Keller
Korrespondent Berlin,Autorenfoto 2014,Dieter Keller © Foto: Südwest Presse
Berlin / Dieter Keller 12.10.2018

Kommentare zur Politik der Europäischen Zentralbank und zur Bundesbank sind für deutsche Regierungsmitglieder tabu. Insbesondere der Finanz- und der Wirtschaftsminister verkneifen sich regelmäßig jede Kritik. Ist doch die Unabhängigkeit der obersten Banker von der Regierung ein wichtiger Wert. Zentralbanken sollen für Stabilität bei Währung und Preisen sorgen und keine Wirtschaftspolitik machen.

Bis zu Donald Trump hat sich das noch nicht herumgesprochen. Der US-Präsident betätigt sich mal wieder als Elefant im Porzellanladen und wütet, die US-Notenbank Fed sei „verrückt geworden“, weil sie die Zinsen erhöht. Das passt ins Bild: Für Trump ist jeder verrückt, der nicht seiner Meinung ist. Nur in den Spiegel sieht er nicht.

Trump passt nicht, dass die Fed die Zinsen zum wiederholten Mal erhöht hat. Ausgerechnet von IWF-Chefin Christine Lagarde muss er sich eine Nachhilfestunde in Sachen Zentralbankpolitik geben lassen: Wenn das Wachstum stark und die Arbeitslosigkeit niedrig sind, muss sie bremsen, sonst überhitzt sich die Wirtschaft, und die Preise steigen. Diese wirtschaftlichen Regeln kann auch ein US-Präsident nicht ändern. Leider ist zu befürchten, dass er nicht einmal versuchen wird, das zu verstehen. Er tapst weiter erratisch durch die Politik und wundert sich über das zerschlagene Porzellan.

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