Göppingen / Susann Schönfelder

Domenico Iacovelli redet nichts schön: „Zufrieden ist bei uns sicher keiner“, sagte der Schuler-Vorstandsvorsitzende gestern. Der Pressenbauer hat im Geschäftsjahr 2018 den Auftragseingang zwar erstmals seit acht Jahren wieder gesteigert, und zwar um 10 Prozent. Zu schaffen machen den Göppingern aber steigende Kosten für Energie, Material und Personal. Zudem belasten der zunehmende Preisdruck der Kunden, Investitionszurückhaltung und internationale Handelskonflikte das Ergebnis erheblich. Unterm Strich blieben 13,5 Mio. €, im Vorjahr waren es noch 67,4 Mio. € gewesen.

Die Profitabilität liegt laut Iacovelli weit unter den Erwartungen, auch am Umsatz (1,2 Mrd. €) konnte man nicht zulegen. Die Probleme der deutschen Automobilindustrie und der Umbruch der Branche, auch im Hinblick auf E-Mobilität, machen natürlich auch vor den Göppingern nicht Halt: „Wir sind sehr stark abhängig von den Premiumkunden“, machte Finanzvorstand Norbert Broger deutlich.

Die mangelnde Rentabilität zwang zu Sparmaßnahmen.  Die Sparten Verpackung und Großrohre wurden abgestoßen. Zudem wurden der Vorstand und der Verwaltungsapparat verschlankt und Personal abgebaut.

Durch Zukäufe in Italien und Zwickau blieb die Zahl der Mitarbeiter mit weltweit 6575 zwar im Vergleich zum Vorjahr konstant, in Deutschland fielen aber 43 Stellen weg, am Stammsitz in Göppingen waren es 33. Hier gibt es derzeit 1350 Beschäftigte.

Iacovelli und Broger gaben die Marschrichtung vor, um den Konzern wieder auf Kurs zu bringen: „Wir werden Schuler konsequent auf neue Märkte, digitale Geschäftsmodelle und die rentablen Kerngeschäftsfelder ausrichten“, kündigte der Vorstandsvorsitzende an.  Und man werde sich auch verstärkt im mittleren Preissegment engagieren.

Die Trendwende beim Auftragseingang sowie die Einschnitte lassen die Manager zuversichtlich nach vorne schauen, mittelfristig wieder bessere Ergebnisse erreichen zu können – auch wenn  2019 „unverändert herausfordernd“ bleiben wird, so Broger.