Gut gemeint ist nicht unbedingt gut gemacht. Das Entgelttransparenzgesetz ist eine der vielen Kopfgeburten, wie sie immer wieder von Politikern ersonnen werden. Der Gesetzgeber meint, ein Problem lösen zu müssen. Das Ergebnis ist aber so kompliziert und durch so viele Kompromisse aufgeweicht, dass es nichts mehr bringt. Nichts zu tun, wäre besser.

Dass Frauen im Schnitt immer noch deutlich weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, ist zweifellos ein Missstand. Doch der Hauptgrund ist, dass sie sich häufig Berufe suchen, die schlecht bezahlt sind. Bei der Pflege, ob im Krankenhaus oder in Heimen, könnte die Politik einiges tun, indem sie mehr Geld zur Verfügung stellt. Schon im Einzelhandel oder bei Friseurinnen ist die Entlohnung dagegen erst einmal Sache der Tarifpartner.

Zu Recht ist in Deutschland das Gehalt immer noch Privatsache. Das zu ändern, ist nicht Aufgabe der Politik. Außerdem ist jeder frei, zum Chef zu gehen und mehr Geld zu fordern. Viele Frauen sind nicht so forsch, aber die Politik muss ihnen nicht auf die Sprünge helfen.

Herausgekommen ist nur ein Auskunftsrecht in größeren Betrieben und für größere Gruppen von Beschäftigten. Dass das wenig bringen würde, war von vornherein klar. Politiker sollten häufiger den Mut aufbringen zu sagen, dass sie nicht alles regeln können.