Kommentar Alexander Bögelein zum Austritt Katars aus der Opec Symbolische Entscheidung

Alexander Bögelein
Alexander Bögelein © Foto: Könneke, Volkmar
Ulm / Alexander Bögelein 04.12.2018

Die Überraschung ist Katar gelungen. Das Golf­emirat kehrt der Opec den Rücken. Wer hofft, dass dies das Ölkartell schwächen wird, der irrt. Denn Katar ist als Ölförderland zu unbedeutend. Gestern legte der Rohölpreis deutlich zu. Doch das hat einen anderen Grund. Mit Russland, das nicht der Opec angehört, und Saudi-Arabien haben sich die beiden größten Ölexporteure zusammengetan und wollen die Förderung drosseln. Gemeinsam verfügen die beiden Länder über deutlich mehr Einfluss als die Opec, deren Macht seit den 1970er Jahren deutlich geschrumpft ist.

Katar beteuert zwar, der Austritt erfolge aus wirtschaftlichen Gründen. Doch so ganz mag man das angesichts der angespannten politischen Lage am Golf nicht glauben. Es ist nachvollziehbar, dass sich Katar als weltgrößter Flüssiggasexporteur auf dieses Geschäft konzentrieren will, doch die Abkehr vom Ölkartell ist auch ein symbolischer Akt.

Im vergangenen Jahr hatten Saudi-Arabien und dessen Verbündete eine Blockade gegen Katar verhängt, weil das Emirat den Terrorismus fördere. Auch die engen Kontakte Katars zum saudi-arabischen Erzfeind Iran schüren Argwohn. Seit die Sanktionen in Kraft sind, scheint Katar alles zu tun, um von seinen Nachbarstaaten unabhängiger zu werden. Der angekündigte Austritt ist ein weiterer Schritt  auf diesem Weg.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel