Das Leben in Deutschland hat sich zuletzt extrem verteuert. Angesichts einer Inflationsrate von mehr als sieben Prozent wächst bei vielen Verbrauchern die Sorge, dass sie mit ihrem Geld nicht mehr zurechtkommen. Im April 2022 lagen die Verbraucherpreise um 7,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit erreichte die Teuerungsrate den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung 1990. In den alten Bundesländern wurde ein ähnlich hoher Wert im Herbst 1981 gemessen.
Ob die Inflationsrate in Deutschland im Mai weiter gestiegen ist oder sich wieder abgeschwächt hat, darüber informiert das Statistische Bundesamt an diesem Montag (14.00 Uhr) anhand einer ersten Schätzung.
Haupttreiber der Inflation in Deutschland wie im Euroraum waren zuletzt stark gestiegene Energiepreise. Dieser Trend hat sich durch den russischen Angriff auf die Ukraine noch verschärft. Zudem hat die Industrie wie schon während der Corona-Pandemie damit zu kämpfen, dass Lieferketten nicht reibungslos funktionieren.
Höhere Inflationsraten schmälern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern, weil sie sich für einen Euro dann weniger leisten können. Die Bundesregierung hat zwei milliardenschwere Pakete geschnürt, um die Menschen zu entlasten. Mittlerweile deutet sich auch die erste Zinserhöhung im Euroraum seit mehr als zehn Jahren an: Die Weichen dafür könnte die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer nächsten Sitzung am 9. Juni stellen. Mit höheren Zinsen kann steigende Inflation bekämpft werden.