Vor über zehn Jahren haben die Stadtwerke die ersten Ladestationen für E-Autos eingerichtet und waren so etwas wie ein Vorreiter. Heute betreibt das Unternehmen über 90 Ladestationen mit 159 öffentlichen Ladepunkten. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl weisen Ulm und Umgebung bundesweit eine der höchsten Dichten an Stromtankstellen auf und liegen vor Großstädten wie Hamburg und Berlin. Weiterer Pluspunkt: Die SWU-Ladestromkarte gewährt Zugang zu bundesweit rund 3  000 Stationen des Verbunds ladenetz.de. Zurück nach Ulm: Im Parkhaus CongressCentrum Nord (CCN) gehen bald weitere 16 Ladepunkte in Betrieb. Mit einer Innovation. Smart Meter messen fortwährend die Belastung des internen Stromnetzes und optimieren so den Einsatz der Ladepunkte. Schon im Parkleitsystem kann der Autofahrer erkennen, welcher Ladepunkt in der CCN-Tiefgarage gerade frei ist. Das Pilotprojekt wird vom Land gefördert, Parkhausbetreiber, Technische Hochschule Ulm, das Start-Up Citysens und die Stadtwerke arbeiten zusammen.

E-Car-Sharing
auf dem flachen Land

Wie weit ist die Verkehrswende in Ulm vorangekommen? Der Fuhrpark der SWU-Verkehrsbetriebe besteht zu einem Viertel aus Hybrid-Bussen. Insgesamt sind über 60 Gelenkbusse im Einsatz. Weitere elf Hybrid-Busse werden 2021 in Dienst gestellt und ersetzen dieselgetriebene Busse. Dann wird die Busflotte fast zur Hälfte auf Hybrid-Fahrzeuge umgestellt sein. Dazu noch hat die SWU Verkehr 22 Straßenbahnwagen. 12 davon wurden zur Inbetriebnahme der Ende 2018 eröffneten Tramlinie 2 angeschafft. Weitere sechs Wagen sind bestellt und werden ab 2023 in Dienst ­gehen.
Zur Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs hat die SWU ein Car-Sharing mit Elektroautos aufgebaut. Es heißt „swu2go“ und stellt an mittlerweile 40 Standorten einen Elektro-Renault zum Mieten zur Verfügung. Die Standorte verteilen sich auf Städte und Gemeinden in den Landkreisen Biberach, Neu-Ulm, Alb-Donau-Kreis und Heidenheim. Es ist ein Angebot an Bürgerinnen und Bürger, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht überall hin kommen und beweglich bleiben wollen – auch ohne eigenes Auto. Über das SWU-Buchungsportal können Leihautos sogar bundesweit gebucht werden, zum Beispiel in Augsburg, Hannover, Berlin oder Freiburg.

Eselsbergsteige:
Prototyp Mobilitätsstation

Ein weiterer Schritt zur Verzahnung verschiedener Mobilitäts­angebote ist der erste von der Stadt Ulm geplante Prototyp einer Mobilitätsstation. Der Prototyp entsteht im Zug des Förderprojekts Zukunftskommune@bw und soll voraussichtlich Ende Juli 2021 an der Eselsbergsteige in Betrieb gehen. Dort werden Mobilitätsangebote gebündelt: E-Lastenräder, E-Scooter, Car-Sharing von swu2go und dem privaten Anbieter conficars; die SWU bietet eine Ladesäule mit einem öffentlichen Ladepunkt an. Die Alternativen zum Besitz eines eigenen Autos sind an der Mobilitätsstation versammelt – zur praktischen Nutzung für alle.

Unersetzlicher Begleiter für Fahrgäste: die SWU-App

Ein weiterer Schritt hin zur digitalen Vernetzung der klimaschonenden Mobilitätsformen ist die Smartphone-App der SWU Verkehr. Sie wird im Juni zum kostenlosen Download bereitstehen. Eine Fülle nützlicher Funktionen macht die App zu einem unersetzlichen Begleiter für die Fahrgäste in der Region.
Das beginnt beim Fahrscheinkauf: Kein Gang zum Automaten oder zum Busfahrer, kein Kramen nach Kleingeld, stattdessen kontakt- und bargeldloser Erwerb über die App mithilfe verschiedener Zahlungsmethoden: Kreditkarte, PayPal, Prepaid-Guthaben. Zum Start sind Einzel-, Gruppen- sowie Tageskarten erhältlich. Die digitale Fahrkarte wird in der App abgelegt und bei Kontrollen auf dem Smartphone vorgezeigt. Integriert sind die Online-Fahrplanauskunft sowie die beliebten Echtzeitdaten. Diese zeigen die Live-Position aller Busse und Straßenbahnen im SWU-Liniennetz. So lassen sich Verbindungen und Reisezeiten schnell abrufen. Ein Nachrichten-Center informiert Fahrgäste über Verspätungen und Betriebsstörungen. Wichtige Service-Informationen werden zusätzlich über Push-Nachrichten kommuniziert.
Was man bei anderen Apps zumeist noch vergeblich sucht: die Auslastungsprognose. Die SWU-App zeigt an, wie stark die gewünschte Route voraussichtlich frequentiert sein wird. Gerade in Corona-Zeiten wird dieser Service besonders geschätzt. Die Vorhersage wird auf Basis früherer Messdaten ermittelt und gibt eine Orientierungshilfe für die Fahrtplanung. Es stehen Fahrgastzahlen aus über drei Jahren zur Verfügung, der Datenbestand wird fortlaufend erweitert für noch genauere Vorhersagen. Die App wird um neue Funktionen ergänzt werden. In Arbeit ist die Integration von Sharing-Diensten (swu2go, E-Scooter) und weiterer Zahlungsmethoden.