Wie in ganz Baden-Württemberg steigen auch in Ulm seit Jahrzehnten die Mobilität und das Verkehrsaufkommen stetig an. Der Stadtkonzern (Stadtverwaltung und SWU) geht bereits seit Jahren im Bereich Mobilität einen aktiven, vorausschauenden Weg. Hierzu wurden eine Vielzahl an Leuchtturmprojekten realisiert und/oder geplant, die sich durch eine hohe Bekanntheit auszeichnen und als herausragende, wegweisende Vorhaben Signalwirkung für Folgevorhaben sowie eine Strahlkraft für die Region und teilweise darüber entfaltet haben. Die sogenannte „Mobilitätswende“ ist daher bereits in Ulm angekommen.

Mehr Fahrgäste
im ÖPNV vor Corona

Ein Beispiel ist der Neubau der Straßenbahnlinie 2, die im Jahr 2018 fertigestellt wurde. Sie verkehrt zwischen dem Kuhberg mit seinem Schulzentrum und dem Eselsberg mit der Universität sowie zahlreichen bedeutenden Arbeitgebern. Mit Inbetriebnahme der Linie 2 wurde auch das Busliniennetz erneuert. Tagsüber verkehren die wichtigsten Linien Ulms und Neu-Ulms im 10-Minuten-Takt. Auch die straßenräumliche Aufwertung der Karlstraße und der südlichen Frauenstraße gehören zu den Leuchtturmprojekten, ebenso die derzeit laufende Umgestaltung der Friedrich-Ebert-Straße. Im Bereich des Bahnhofs entsteht derzeit eine neue Mobilitätsdrehscheibe, die ein besseres Miteinander von ÖPNV und Individualverkehr ermöglichen soll.
In Sachen ÖPNV haben sich die jüngsten Projekte bereits ausgezahlt: Bis zum Beginn der Corona-Pandemie konnten steigende Fahrgastzahlen verzeichnet werden. Die Pandemie bremste diesen Aufschwung jäh ab, doch die grundlegende Infrastruktur bleibt erhalten. Infolge der Corona-Pandemie wurde der Aufschwung des ÖPNV jäh abgebremst, hingegen erfährt der Radverkehr einen deutlichen Auftrieb sowohl in der politischen und gesellschaftlichen Wahrnehmung als auch in der tatsächlichen Nachfrage. Dies zeigt sich nicht zuletzt im Beschluss des Ulmer Gemeinderates, den Anteil des Radverkehrs bis zum Jahr 2025 auf 25 Prozent zu steigern. Der Blick in die Zukunft zeigt, dass weitere wichtige Projekte in der Schublade liegen, die bei der nächsten Sitzung des Ulmer Gemeinderats am 23. Juni Thema sein werden. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist der Ausbau der Regio-S-Bahn Donau-Iller. Im Radverkehr stehen die Hauptrouten in der Stadt im Fokus, aber auch eine bessere Anbindung des Donautals. Der Ausbau von Ladeinfrastruktur und Carsharing gehören ebenfalls zum Masterplan. Ebenso ist der Aufbau eines Verleihsystems für E-Lastenräder angedacht. Um bedarfsgerecht planen zu können, sind Verkehrserhebungen und Haushaltsbefragungen geplant.

Seit 2020: städtische Abteilung „Mobilität“


Neue Mobilitätskonzepte, Akteure und Kooperationen erfordern ein Umdenken der bisherigen Aufgabenverteilung. Städte wie Stuttgart und Düsseldorf haben sich mit der Gründung einer eigenen Abteilung auf die Mobilitätswende vorbereitet. Zum 01.01.2020 wurde auch in Ulm die neue Abteilung Mobilität gegründet. Sie soll sämtliche Mobilitätsthemen strukturieren, koordinieren, bearbeiten und umsetzen.
Die Abteilung Mobilität hat dazu ein kommunales Handlungsprogramm erstellt, über das der Gemeinderat am 23. Juni beraten wird.