Dass die Deutschen Aktienmuffel sind, ist oft beschrieben und noch öfter beklagt worden. Immer dann, wenn in Zeiten niedriger Zinsen ernüchtert festgestellt wird, dass Sparbuch, Lebensversicherung oder Bausparvertrag nicht mehr viel abwerfen, kommt der Hinweis auf die Aktie, die langfristig angeblich die beste Rendite bringt.

In Deutschland verfangen solche Verlockungen allerdings weniger als in anderen Ländern. Denn die Anlage in Aktien hat den Nachteil, dass sie weniger sicher und kurzfristig sogar mit deutlichen Verlusten einhergehen kann. Langfristige Trends beruhigen den, der kurzfristig Geld verliert, nur bedingt.

Alle Menschen wollen am liebsten alles: beste Rendite bei bester Sicherheit. Beides geht leider nicht zusammen. Deshalb muss man sich schon für das eine oder andere entscheiden. Die Deutschen entscheiden sich im Zweifel eher für Sicherheit.

Immerhin ist jetzt die Zahl der Aktionäre wieder so hoch wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Der weitere gebetsmühlenhafte Verweis auf die Langfrist-Rendite der Aktie wird sie freilich nicht viel weiter steigern. Gehen die Kurse wieder mal in den Keller, steigen die Deutschen schnell wieder aus.

Das braucht man nicht zu beklagen. Jeder ist seiner Rendite Schmied. Wer es lieber sicherer hat, sollte sich aber auch nicht beklagen, wenn die Aktien mal wieder steigen – ohne ihn.