Erst ein Jahreshoch, dann der Sturz um rund 500 Punkte auf weniger als 10.900. Das Auf und Ab des Dax spiegelt die Verunsicherung an der Börse wider. Es sind bekannte Themen, die dem Aktienmarkt zu schaffen machen: Konjunktursorgen, der Handelskonflikt zwischen den USA und China, innereuropäische Reibereien und der Brexit. Es droht der ungeregelte Austritt des Königsreichs aus der EU. Auch Börsianer sind genervt. „Die Briten wissen selbst nicht, was sie wollen“, sagt Oliver Roth, Börsenchef beim Bankhaus Oddo Seydler.

Zusätzlich belasten die Querelen um den Zahlungsdienstleister Wirecard und Vorwürfe um Bilanzmanipulationen. Auch fast alle andere Aktien im Dax gingen zum Wochenschluss auf Talfahrt. Die Stimmung ist so schlecht wie lange nicht. „Ohne eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung und ohne Klarheit über den Ausgang des Brexit-Verfahrens dürften alle Erholungsversuche an den Börsen vergeblich bleiben“, sagt Ulrich Kater, Chef-Volkswirt der Deka-Bank.

Auch die bisher vorgelegten Bilanzen drücken auf die Laune der Börsianer. „Nur acht Prozent der Unternehmen haben unsere Erwartungen übertroffen“, sagt Markus Wallner von der Commerzbank. Bei fast einem Drittel lief es schlechter als erwartet. Michael Bissinger von der DZ Bank spricht von „Gewinnwarnungen am Fließband“. Auch das deutet auf anhaltend schwierige Zeiten an den Börsen hin.