Kommentar Deutsche Bank: Schläge in die Magengrube

„Vertrauen und Reputation liegen am Boden“, sagt unser Korrespondent Rolf Obertreis.
„Vertrauen und Reputation liegen am Boden“, sagt unser Korrespondent Rolf Obertreis. © Foto: Foto
Frankfurt / Rolf Obertreis 02.06.2018
Wird der Aktienkurs der Deutschen Bank bald nur noch acht Euro betragen? Investoren und Anleger erwarten Antworten.

Für Vorstandschef Christian Sewing ist es frustrierend, für die Beschäftigten der Deutschen Bank ernüchternd. Fast täglich gibt es Schläge in die Magengrube. Einmal sind es die Behörden in den USA, das andere Mal Ratingagenturen und wieder ein anderes Mal Analysten. Wie ein angeschlagener Boxer scheint die Deutsche Bank zu taumeln, zumindest an der Börse.

Kostet die Aktie des größten deutschen Geldhauses, das Josef Ackermann an die Weltspitze führen wollte, bald nur noch acht Euro? Sechs Jahre nach dessen Abgang sind die Folgen dieses von massiven Risiken begleiteten Vorhabens immer noch nicht getilgt. Vertrauen und Reputation liegen am Boden. Man kann nur hoffen, dass der Hinweis des neuen Bankchefs auf riesige Reserven und geringe Kredit- und Marktrisiken korrekt sind – und nicht wieder beschönigend.

Viel Kredit hat die Deutsche Bank nicht mehr. Von heute auf morgen kann der neue Chef das Ruder nicht herumreißen. Ein weltweit vernetzter Finanzkonzern mit 97.000 Beschäftigen, den der Internationale Währungsfonds vor zwei Jahren als gefährlichste Bank der Welt bezeichnete, lässt sich nicht so schnell wieder auf Kurs bringen. 

Investoren und Anleger wollen nicht nur wissen, wie die Deutsche Bank spart, sondern auch wie künftig nachhaltig Geld verdient werden soll. Da muss vom neuen Chef noch erheblich mehr kommen.

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