Kommentar USA-Besuch der deutschen Autobosse: Schaden kann es nicht

„Das Ganze wäre natürlich nicht mal im Ansatz ausgegoren, weil die Automobilproduktion eine im hohen Maße international verflochtene Angelegenheit ist“, schreibt Helmut Schneider.
„Das Ganze wäre natürlich nicht mal im Ansatz ausgegoren, weil die Automobilproduktion eine im hohen Maße international verflochtene Angelegenheit ist“, schreibt Helmut Schneider. © Foto: SWP
Ulm / Helmut Schneider 05.12.2018
US-Strafzölle auf deutsche Autos? Das wäre nicht mal im Ansatz ausgegoren, meint unser Autor.

Gut, dass sie darüber geredet haben – die drei deutschen Autobosse und der amerikanische Präsident Donald Trump, der am liebsten keine dicken Schlitten aus Stuttgart oder München mehr auf der Fifth Avenue in New York herumkutschieren sehen möchte. Und deshalb immer wieder mal und dann wieder nicht mit Importzöllen droht, die Daimler, BMW & Co hart treffen würden.

Das Ganze wäre natürlich nicht mal im Ansatz ausgegoren, weil die Automobilproduktion eine im hohen Maße international verflochtene Angelegenheit ist. Zölle mögen da allenfalls als Wink mit dem Zaunpfahl, aber sonst zu nichts taugen.

Besuch ist Kontaktpflege

Allein der Blick auf die Produktions- und Beschäftigtenzahlen der deutschen Autoindustrie in den USA zeigt, wie eng die Verzahnung schon zu Zeiten war, als niemand auf die Idee kam, Made in Germany mit Zöllen zu verteuern. Made in Germany ist bei Autos nicht mehr sinnvoll zu definieren.

Und wenn jetzt VW verlauten lässt, künftig mit dem US-Hersteller Ford eng zu kooperieren. Wie könnte dies protektionistisch geahndet werden? Sinngebend jedenfalls nicht.

Das alles wird in dem halbstündigen Gespräch mit dem US-Präsident nicht näher ausgeführt worden sein. Er wird es inzwischen selber wissen. So bleibt der Besuch im Weißen Haus Kontaktpflege. Schaden kann das nicht.

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