Rosinen im Öko-Test
: Vorsicht! Diese Marken sind voller Pestizide

Nicht nur Pestizide fand die Experten von Öko-Test in gängigen Rosinen-Produkten, sondern auch Schimmelgift. Es gibt aber auch günstige Marken, die ganz ohne auskommen.
Von
Caroline Strang
Ulm
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Öko-Test hat 24 Rosinenmarken überprüft und festgestellt, dass die meisten von ihnen Pestizide, Schimmelpilzgifte oder Keime enthalten.

Öko-Test hat 24 Rosinenmarken überprüft und festgestellt, dass die meisten von ihnen Pestizide, Schimmelpilzgifte oder Keime enthalten.

Jess Loiterton/Pexels
  • Öko-Test fand in 24 Rosinenmarken Pestizide und Schimmelpilzgifte.
  • Einige Bio-Produkte sind dennoch belastet, z.B. Dennree Sultaninen.
  • Alnatura und Norma bieten pestizidfreie Rosinen an.
  • Rosinen enthalten viele Ballaststoffe und Kalium, aber auch hohen Zuckergehalt.
  • Haustiere wie Hunde und Katzen sollten keine Rosinen essen, da sie schädlich sein können.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sie sind klein, braun und verschrumpelt – und schmecken in Müslis oder Hefezopf schön süß. Rosinen sind ein sehr beliebtes Trockenobst in Deutschland, das vor allem für Süßspeisen und Gebäck verwendet wird. Eigentlich sind sie durchaus gesund, enthalten beispielsweise viele Ballaststoffe und Kalium. Außerdem gelten sie als gute Quelle sekundärer Pflanzenstoffe wie Antioxidantien, denen eine schützende und gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben wird. Vitamine sind darin im Vergleich zur frischen Ausgangsfrucht deutlich weniger, dafür steigt der Zuckergehalt. Aber in Maßen, da sind sich die Experten einig, sind sie durchaus zu empfehlen.

Die Fachleute von Öko-Test haben sich das beliebte Trockengemüse nun für einen Test vorgenommen und 24 verschiedene Rosinen getestet. Das Fazit ist nicht gut: „Verbotene Pestizide in Bio-Rosinen, ein Schimmelpilzgift über dem Grenzwert und bis zu 26 Pestizidspuren in einem konventionellen Produkt – ein Drittel der Rosinen in unserem Test fallen durch“.

Dabei kommen zwar die meisten Bio-Produkte ohne Pestizide aus, aber nicht alle. In den Dennree Sultaninen (1,99 Euro pro 250 Gramm) mit EU-Bio-Label hat das Labor neun Pestizide gefunden – davon sieben, die Öko-Test als besonders bedenklich einordnet. Die Experten schränken allerdings ein: „Die Mehrzahl der Stoffe wurde in Spuren gefunden“, also unter den Grenzwerten.

Giftig für Kinder und Bienen

Aber eben nicht alle: „Zwei der bedenklichen Pestizide wies das Labor aber in Mengen nach, die darauf hindeuten, dass sie aktiv auf dem Feld eingesetzt oder die Rosinen zumindest nicht den Regeln der Öko-Verordnung entsprechend hergestellt wurden“. Eines davon gilt als besonders giftig für Bienen. Das andere stehe im Verdacht, Erbgut und Nerven von Kindern zu schädigen.

Außerdem fanden die Tester das Schimmelpilzgift Ochtratoxin A. Der Gehalt lag über dem gesetzlich festgelegten Grenzwert. „Ochratoxin A wirkt nieren- und leberschädigend und wird wegen seiner krebserzeugenden Wirkung bei Versuchstieren als eine für den Menschen möglicherweise krebserzeugende Substanz eingestuft“, beschreibt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit die Wirkung des Gifts.

„Auch wenn unser Test zeigt, dass man in der Regel mit Bio-Produkten besser bedient ist, so gibt es im Test leider auch Ausreißer wie Dennree. Das ist besonders enttäuschend, da sich viele Verbraucherinnen und Verbraucher darauf verlassen, das Bio-Produkte frei von Pestizidrückständen sind“, sagt Öko-Test-Lebensmittelchemikerin Vanessa Christa.

Der Anbieter reagierte auf die Ergebnisse. Dennree teilte Öko-Test mit, vorsorglich eine Rücknahme auf Einzelhandelsebene veranlasst zu haben und derzeit zu ermitteln, wie es zu den Pestizidrückständen in dem Produkt kommen konnte. Auch Rewe reagierte mit einem Verkaufsstopp, denn die Ja! Sultaninen (0,99 Euro) fielen mit insgesamt 24 Pestiziden ebenfalls negativ auf – und durch den Test.

Produkte von Alnatura und Norma pestizidfrei

Einen ganzen Pestizidcocktail fanden die Tester in mehreren Produkten. „Auch wenn diese in der gefundenen Konzentration nicht akut giftig sind, werten wir ab, da über die Wechselwirkung mehrerer Pestizide bislang wenig bekannt ist“, erklärten sie dazu. „Rosinen können echte Pestizid- Schleudern sein. Gut, dass einige Produkte in unserem Test ganz ohne Pestizid- Rückstände auskommen,“ sagt Christa. Dazu zählen Bioprodukte beispielsweise von Alnatura (2,36 Euro) und DM (1,27 Euro), aber auch günstige Produkte beispielsweise von Norma (0,99 Euro).

Der Begriff „Rosinen“ wird übrigens sowohl als Oberbegriff für alle getrockneten Weinbeeren als auch die konkrete Bezeichnung für die getrockneten Früchte einer bestimmten Traubensorte genutzt. Sultaninen sind eine Rosinensorte, die aus der hellen, kernlosen Weintrauben-Sorte Sultana gewonnen wird. Darum ist auch die getrocknete Frucht hell. Die dunklen Korithen stammen von der Rebsorte Korinthiaki.

Rosinen werden üblicherweise über eine Woche lang draußen in der Sonne oder im Schatten getrocknet, bis sie nur noch etwa 15 bis 18 Prozent Feuchtigkeit enthalten. Der Fruchtzuckergehalt steigt dadurch von etwa 17 Gramm pro 100 g Weintrauben auf etwa 30 Gramm Fruchtzucker pro 100 Gramm Rosinen. 4 bis 5 Kilogramm Weintrauben ergeben etwa ein Kilogramm Rosinen.

Rosinen sind üblicherweise für Menschen und viele Tierarten unschädlich und in Maßen sogar gesund. Das gilt aber nicht für Haustiere wie Katzen und Hunde. Die Gründe dafür sind noch nicht geklärt. Aber schon knapp drei Gramm Rosinen pro Kilo Körpergewicht, so schätzen US-Wissenschaftler, können Medienberichten zufolge bei manchen Hunden ein tödliches Nierenversagen auslösen. Allerdings betrifft das nicht alle Hunde. Auch bei Katzen ist das Phänomen schon aufgetreten.

1,4 Kilogramm Trockenobst

Im Wirtschaftsjahr 2022/23 wurden deutschlandweit rund 114.000 Tonnen Trockenobst verbraucht. Die Menge ist seit 20 Jahren laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft relativ stabil. Der Pro-Kopf-Konsum belief sich dabei auf 1,4 Kilogramm – 1950 waren es noch 1,9 Kilogramm gewesen. 2023 gab es in Deutschland drei Unternehmen, die getrocknete Weintrauben wie Korinthen oder Sultaninen produzierten.

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