An der US-Börse rauschte gestern die Apple-Aktie nach unten: Mehr als 50 Milliarden Dollar lösten sich in Schall und Rauch auf. Manche Beobachter sehen bereits Götterdämmerung heraufziehen. Denn an der Börse wird bekanntlich die Zukunft gehandelt. Die sieht für Apple weniger rosig aus als bisher.

Das kann man, wie Konzernchef Tim Cook, mit dem Handelsstreit und der nachlassenden Konjunktur in China begründen. Er dürfte auch etwas selbstkritischer sein:  Der US-Konzern hat mit seiner absurden Preispolitik die Schrauben überdreht und nun die Quittung erhalten. Weil die Smartphone-Verkäufe im vergangenen Jahr nachgelassen haben, erhöhte Apple die die Preise teilweise bis zu 30 Prozent. Bisher konnte sich der erfolgsverwöhnte und mächtige Konzern leisten, die Regeln zu diktieren, wie er lustig ist.

Apple verkauft keine Geräte, sondern ein Lebensgefühl und zugleich den Eintritt in einen exklusiven Klub. Andere Unternehmen träumten lange davon, so schick, begehrt, cool und vor allem so profitabel zu sein wie die Marke mit dem angebissenen Apfel. Doch Apple hat ein Problem, die Konkurrenz hat aufgeholt und ist zugleich deutlich günstiger. Für Apple wird es Zeit, sich neu zu erfinden, so wie bereits mit iPod, iPhone, iPad und iTunes. Der gestrige Tag war ein Dämpfer, aber nicht das Ende der Erfolgsstory.