Es war ihr letzter Arbeitstag, zumindest als stellvertretende Vorsitzende der bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angesiedelten europäischen Bankenaufsicht SSM. Sabine Lautenschläger bleibt aber als einzige Deutsche und als einzige Frau Mitglied des sechsköpfigen Direktoriums der Notenbank. Aber eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für die engagierte und hoch angesehene Lautenschläger gibt es nicht.

Das sorgt am Finanz- und Bankenplatz Frankfurt für Verwunderung. Auch und vor allem über EZB-Präsident Mario Draghi, der sich angeblich nicht um das Thema gekümmert habe, auch wenn letztlich das EU-Parlament und die Regierungen der Euro-Staaten bei der Berufung entscheiden. Der Posten des SSM-Vize gilt vor allem deshalb als wichtig, weil er mit einer Personen aus dem Direktorium der Notenbank besetzt wird und damit wichtiges Bindeglied zwischen beiden Institutionen ist.

Die 54jährige gebürtige Stuttgarterin, die mehrere Jahre im Vorstand der Bundesbank saß und dort als Vizepräsidentin fungierte, bevor sie 2014 zur EZB kam, hat die Aufsicht seit ihrer Gründung 2014 mit der französischen Präsidentin Danièle Nouy zu einer angesehenen und kräftigen Einheit geformt.

Die Französin ist im Dezember ausgeschieden. Geleitet wird der SSM seit Jahresanfang vom Italiener Andrea Enria.