Kommentar Ausbildungsreport: Auch Positive Seiten

Die Bemühungen des Mittelstand, auch um Geflüchtete, sollten mehr anerkannt werden, findet unser Autor Dieter Keller.
Die Bemühungen des Mittelstand, auch um Geflüchtete, sollten mehr anerkannt werden, findet unser Autor Dieter Keller. © Foto: NBR
Berlin / Dieter Keller 03.09.2018
Die Lage der Auszubildenden ist besser, als es der DGB mit seinem Ausbildungsreport erscheinen lässt. Die Mehrzahl ist zufrieden.

Mehr als zwei Drittel der Lehrlinge sind mit ihrer Ausbildung zufrieden. Aber fast ein Drittel ist unzufrieden. Ist das Glas also halb voll oder halb leer? Welches die richtige Überschrift für den alljährlichen Ausbildungsreports des DGB ist, darüber lässt sich fröhlich streiten.

Genauso über die Frage, wie die Lage am Ausbildungsmarkt ist. Einerseits haben die jungen Leute eine so große Auswahl unter den Lehrstellen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Andererseits lernt längst nicht jeder seinen Traumberuf – weil die schulischen Leistungen nicht ausreichen oder er oder sie nicht flexibel genug sind.

Immerhin entdeckt sogar der DGB positive Entwicklungen: Die angehenden Köche bewerten ihre Ausbildung besser als in früheren Jahren. Offenbar hat da eine Branche gelernt, dass sie ungünstige Arbeitszeiten mit mehr Bemühungen an anderer Stelle ausgleichen muss.

In Großbetrieben ist die Ausbildung meist besser organisiert als in kleineren. Trotzdem sollte eine Lanze für den Mittelstand gebrochen werden. Er muss viel mehr um Nachwuchs kämpfen als die Großen. Viele Betriebe kümmern sich intensiv um ihre Azubis, wenn sie denn welche finden. Dass sie sich viel mehr anstrengen müssen als in der Vergangenheit, hat sich längst herumgesprochen. Ihre Bemühungen, auch um Geflüchtete, sollten mehr anerkannt werden.

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