Rolf Obertreis

Die Hoffnung auf ein Handelsabkommen zwischen den USA und China haben die Anleger Ende vergangene Woche positiv gestimmt. Zwischenzeitlich erreichte der Deutsche Aktienindex am Freitag mit 11 676 Zählern ein neues Jahreshoch und den höchsten Stand seit Anfang November. Auch die mögliche Verschiebung des EU-Austritts von Großbritannien sehen Aktienexperten positiv. Nur teilweise überzeugende Bilanzen und deutlich gedämpfte Wachstumsprognosen interessieren Börsianer und Anleger derzeit eher weniger. Der Pessimismus scheint erst einmal verflogen.

Beobachter mahnen vor diesem Hintergrund zur Vorsicht. „Die Investoren an den Kapitalmärkten können sich nicht so recht entscheiden, in welches Lager sie sich schlagen wollen, das der Wirtschaftsoptimisten oder das der Pessimisten“, beschreibt Daniel Schär von der Weberbank die Wankelmütigkeit der Investoren. Als Warnsignal wertet er die hohe Nachfrage nach sicheren deutschen Staatsanleihen und damit die sinkende Rendite.

Allerdings signalisieren die Notenbanken in den USA und in Europa, dass sie vorerst still halten werden. Weitere Zinsanhebungen durch die Fed in den USA wird es erst einmal nicht geben, und auch die Europäische Zentralbank wird kaum vor 2020 den ersten Zinsschritt wagen. Das spricht weiterhin für die Geldanlage in Aktien. Der Mangel an Alternativen beflügele die Attraktivität der Aktienmärkte, sagt DZ-Banker Christian Kahler.