In der SPD ist eine merkwürdige neue Großzügigkeit ausgebrochen. Von ihr profitieren ausgerechnet Bessergestellte, was nicht so recht zu den Sozialdemokraten passen will. Erst schlägt Arbeitsminister Hubertus Heil die Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung vor, die auch erhalten soll, wer bei­spiels­weise erhebliches Vermögen besitzt. Jetzt will Finanzminister Olaf Scholz die steuerliche Forschungsförderung allen Unternehmen zugutekommen lassen und nicht nur Mittelständlern.

Das macht keinen rechten Sinn. Ein staatlicher Zuschuss zu den Ausgaben für Forschung und Entwicklung von maximal 500 000 Euro kann für einen Mittelständler mit ein paar hundert Mitarbeitern viel Geld sein. Für Weltkonzerne wie Daimler oder BASF ist er ein Nasenwasser. Deswegen werden sie keinen Euro mehr in die Forschung investieren.

Eigentlich müssten alle Unternehmen größtes Interesse daran haben, auch unabhängig von Staatszuschüssen viel Geld in die Forschung zu stecken, um ihre Zukunft zu sichern. Leider meinen immer mehr Industrieländer, ihren Firmen unter die Arme greifen zu müssen. Daher sind deutsche Unternehmen im Nachteil. Es bleibt der Bundesregierung nichts anderes übrig, als mit den Wölfen zu heulen und auch zu fördern. Dann aber bitte gezielt und nicht mit der Gießkanne. Denn das ist teuer und wenig effektiv.