Facebook Kommentar zu Facebook: Zurück zu den Anfängen

Caroline Strang
Caroline Strang © Foto: swp
Caroline Strang 13.01.2018
Facebook soll wieder persönlicher werden. Aus reiner Menschenliebe passiert das nicht, meint unsere Autorin.

Facebook soll wieder persönlicher werden. Die Babyfotos der Cousine, das Foto vom Mittagessen des Kollegen, Meinungen aus dem Freundeskreis – das soll zukünftig im einflussreichsten sozialen Onlinenetzwerk wieder prominenter auf der Startseite, der so genannten Timeline, stehen.

Gut so. Denn das Netzwerk ist immer werblicher geworden. Außerdem sind Hasskommentare und Fake News allzuleicht prominent unterzubringen und haben den Ruf des Netzwerks beschädigt.

Gleichzeitig muss man sagen: Gar nicht gut so. Wer Facebook auch als Nachrichtenübersicht nutzt, hat es nun schwerer. Denn von der Lokalzeitung bis hin zu Nachrichtensendern bietet sich, bei Interesse, eben in dieser Timeline eine Übersicht, die sonst nur mit viel Zeitaufwand zu bekommen ist.

Die Frage ist, was Facebook-Chef Zuckerberg zu diesem Schritt zurück zu den Anfängen treibt. Den Menschenfreund, der dafür sorgen will, dass „bedeutsamere soziale Beziehungen“ das Wohlbefinden fördern, wie er sagt, kann man ihm nicht abnehmen. Es ist wohl eher so, dass die Nutzerzahlen inzwischen stagnieren. Gift für ein Netzwerk, das von Wachstum und Klicks lebt. Die Werbe- und Medienbranche muss nun umplanen. Und die Nutzer? Wen das alles stört, kann die Einstellungen so ändern, dass alles beim Alten bleibt. Das geht angeblich auch.