Berlin Zur Not zahlt die Bahn ein Zimmer

Angesichts solcher Hinweise kommt bei Bahnreisenden keine Freude auf.
Angesichts solcher Hinweise kommt bei Bahnreisenden keine Freude auf. © Foto: dpa
Berlin / AFP 18.01.2018
Die Deutsche Bahn muss jedes Jahr enorme Summen wegen Verspätungen an ihre Kunden zurückzahlen. Doch ab wann hat der Fahrgast überhaupt Anspruch auf eine Entschädigung?

Fahrgäste der Deutschen Bahn und anderer Bahn-Unternehmen haben in vielen Fällen ein Recht auf Entschädigungen bei Verspätungen oder Zugausfällen. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema:

Ab welcher Verspätung bekommen Bahnfahrer eine Entschädigung? Kommt ein Fahrgast mindestens eine Stunde zu spät am Ziel an, muss das Bahnunternehmen ihm 25 Prozent des Fahrpreises erstatten. Bei zwei Stunden Verspätung sind es 50 Prozent. Der Aufpreis für den ICE-Sprinter wird schon ab 30 Minuten Verspätung des Sprinters erstattet. Maßgeblich ist die Ankunftszeit am Zielort: Ist ein erster Zug nur fünf Minuten verspätet, und kommt ein Reisender durch einen dann verpassten Anschlusszug über eine Stunde später am Zielort an, erhält er eine Entschädigung. Wird eine Übernachtung nötig, muss die Bahngesellschaft die Kosten für ein Hotelzimmer tragen. Bei einer Verspätung von 20 Minuten am Zielbahnhof kann der Fahrgast einen anderen Zug nehmen.

Wie entschädigt die Deutsche Bahn Pendler mit Zeitkarten? Besitzer von Streckenzeitkarten erhalten bei Verspätungen von einer Stunde eine pauschale Entschädigung. Bei Zeitkarten im Nahverkehr - sowie bei Länder-Tickets und dem Schönes-Wochenende-Ticket - gibt es in der zweiten Klasse 1,50 EUR. Im Fernverkehr werden pauschal 5 EUR gezahlt. Grundsätzlich werden bei Zeitkarten maximal 25 Prozent des Fahrkartenwertes erstattet. Die Bahn zahlt Entschädigungen aber erst ab einer Bagatellgrenze von 4 EUR. Bahn-Kunden mit Zeitkarten im Nahverkehr müssen also mindestens drei Verspätungen von mindestens 60 Minuten im Gültigkeitszeitraum der Fahrkarte einreichen, um eine Entschädigung zu erhalten.

Können Bahnfahrer bei einer Verspätung auch von einer Reise zurücktreten? Zeichnet sich eine Verspätung von mehr als 60 Minuten ab, kann der Reisende auch auf die Fahrt verzichten und den kompletten Fahrpreis zurückverlangen. Ebenso kann er die Fahrt später beginnen und dann auch eine andere Streckenführung wählen.

Wie kann ich eine Entschädigung beantragen? Die meisten Bahn-Unternehmen haben ein Beschwerdeformular. Das ist in den Servicezentren der Deutschen Bahn oder im Internet unter www.fahrgastrechte.info erhältlich. Das Formular können Reisende beim Anbieter einreichen, dessen Zug ausgefallen ist, entweder beim Begleitpersonal im Zug oder in den Fahrkarten-Verkaufsstellen an den Bahnhöfen. Wer keine Bestätigung für die Verspätung hat, nur eine Kopie der Fahrkarte einreichen will oder eine Zeitkarte besitzt, muss sich per Post an das Service-Center Fahrgastrechte wenden. Entschädigungen müssen die Bahn-Anbieter auf Wunsch bar zahlen, ansonsten als Gutschein oder per Überweisung.

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