Kommentar Rolf Obertreis zu Spekulationen über Opel Zu recht empört

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Frankfurt / Rolf Obertreis 05.07.2018

Ende Mai sah es so aus, als ob man sich bei Opel endlich auf die eigentliche Arbeit konzentrieren könnte. Mit dem Betriebsrat hatte sich die Geschäftsleitung über einen sozialverträglichen Personalabbau verständigt.

Im Juli ist es mit der Ruhe wieder vorbei. Der Betriebsrat ist zu Recht empört. Ein Herzstück des Unternehmens soll zerschlagen werden.

Bei Opel sucht man die Aufregung zu dämpfen. Alle Opel-Modelle würden weiter in Rüsselsheim entwickelt. Und noch etliches mehr. Es hilft wenig: Die Strategie des neuen Opel-Eigners PSA und von Konzernchef Carlos Tavares beschädigt die Marke und das deutsche Traditionsunternehmen massiv. Beschäftigte haben zu Tausenden die freiwilligen Abfindungsangebote angenommen. Sie flüchten. Potenzielle Käufer machen einen Bogen um die Modelle mit dem Blitz. Sieben Prozent weniger Neuzulassungen im ersten Halbjahr sprechen eine deutliche Sprache. Wie will Opel so bis 2020 wieder in die schwarzen Zahlen fahren?

Zur Erinnerung: Seit 1999 häuft das Unternehmen jedes Jahr Verluste an, mittlerweile insgesamt in zweistelliger Milliardenhöhe. Vor diesem Hintergrund ist es ohnehin schon erstaunlich, dass es Opel noch gibt. Wenn es so weitergeht entpuppt sich der Hoffnungsträger PSA eher als Totengräber. Warum haben die Franzosen dann Opel überhaupt gekauft?

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