Kommentar Helmut Schneider zum Handelsvertrag der EU mit Japan Wunderbare Wendung

Foto
Foto © Foto: Foto
Brüssel/Tokio / Helmut Schneider 18.07.2018

Man ist der schlechten Nachrichten über den handelspolitischen Crash- und Chaos-Kurs der neuen US-Regierung längst überdrüssig. So überdrüssig, dass man inzwischen auch aufgegeben hat, nach ihrer inneren – also für Außenstehende nicht erkennbaren – Logik zu suchen. Vermutlich gibt es sie nicht.

Dafür gibt es jetzt eine großartige Reaktion all derer, die den neuen und nicht für möglich gehaltenen Protektionismus von Donald Trump als das ablehnen, was er tatsächlich auch ist: eine ernste Bedrohung wirtschaftlichen Wohlstandes in einer unsicheren Welt.

Der Freihandelsvertrag mit Japan setzt in der Tat ein kraftvolles Signal gegen ökonomische Unvernunft und Widersinn. An dieser Unvernunft hatten freilich in der Vergangenheit auch Freihandelskritiker in Europa und einige seiner Länder beigetragen, die mit der gleichen Begründung wie Trump das Eigeninteresse vor das große Ganze stellten.

Ein auf gemeinsamen Standards und niedrigen Schranken basierender Wirtschaftsaustausch ist das große Ganze, von dem sich die USA ab-, der Rest der Welt jetzt umso entschlossener zuwendet. Welch wunderbare Wendung. Auf Trumps Aktion folgt die richtige Reaktion. Das ist mehr als ein guter Scherz: Der US-Präsident sollte den Karlspreis der europäischen Einigung bekommen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel