Handel Schrauben-Handelskonzern Würth stellt 1600 Verkäufer ein

Schrauben bestimmen das Geschäft nicht mehr allein.
Schrauben bestimmen das Geschäft nicht mehr allein. © Foto: Archiv
Künzelsau / Hans Georg Frank 10.05.2017
Würth setzt auf eine „Multi-Kanal-Strategie“. Zu ihr gehört auch das persönliche Gespräch mit den Kunden.

Drei Vertriebskanäle sollen der Würth-Gruppe auch im laufenden Jahr wieder ein Wachstum von 7 Prozent sichern. 2016 konnte damit der Rekordumsatz von 11,8 Mrd. € erwirtschaftet werden. Dieses Plus von 7,1 Prozent wurde beim Gewinn noch übertroffen: 615 Mio. € entsprechen 17,1 Prozent.

Der Weltmarktführer im Montagegewerbe will noch mehr Niederlassungen (derzeit 1760 in 52 Ländern) eröffnen. Das E-Business soll so ausgebaut werden, dass der Umsatzanteil von jetzt 14 auf 20 Prozent im Jahr 2020 steigt. Zum digitalen Spektrum gehört ein Automat, der schon jetzt die Arbeit des Lageristen in rund 1000 Industriebetrieben übernimmt. Das persönliche Gespräch mit den Kunden, wie es Patriarch Reinhold Würth vorgelebt hat, wird dennoch weiter als so lukrativ angesehen, dass die 32.000 Außendienstler bis zum Jahresende um 1600 Köpfe verstärkt werden. Bei diesen Vertretern handelt es sich zumeist um Handwerker, die vom Unternehmern geschult werden.

Höhere Produktivität

Neben der „Multi-Kanal-Strategie“ hätten gesteigerte Produktivität und bewussteres Kostenmanagement zum Erfolg beigetragen, erklärte Robert Friedmann, Sprecher der Konzernführung. Er verwies auch auf die finanzielle Stabilität mit einer Eigenkapitalquote von 46,1 Prozent. Eher verhalten geht Würth den Ausbau von „Family shops“ wie an der Stuttgarter Königsstraße an. Dem vor gut zwei Monaten gestarteten Versuch mit Direktkunden sollen allenfalls fünf Läden folgen.

Dass Schrauben und Bohrer schon lange nicht mehr das breit gefächerte Geschäft bei dem im Jahr 1945 gegründeten Han­delsimperium mit heute mehr als 71.000 Mitarbeitern bestimmen, zeigt die größte Investition neben dem Mutterhaus in Künzelsau. Dort entsteht für 65 Mio. € ein multifunktionales Veranstaltungszentrum mit zwei Kon­zertsälen für 2600 Besucher und ­einem Park für 10.000 Gäste des konzerneigenen Open Air ­Festivals. Am 18. Juli muss alles fertig sein – zum 80. Geburtstag der ­Unternehmergattin Carmen Würth.