Zum Ende ihrer Reise nach Moskau und St. Petersburg hat sich Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut für intensivere Wirtschaftsbeziehungen zu Russland ausgesprochen. „Was wir mitnehmen, ist der Wunsch von vielen, enger zusammenzukommen“, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch in St. Petersburg vor der Abreise. Konkret geplant ist demnach etwa, künftig russische IT-Experten zum Start-Up-Gipfel nach Baden-Württemberg einzuladen. Die 40-köpfige Delegation aus dem Südwesten hat sich in Moskau und St. Petersburg ein Bild von der fortgeschrittenen russischen Digitalisierungsbranche gemacht.

Die Ministerin traf am Mittwoch auch den einflussreichen Präsidenten des Russischen Unternehmerverbandes, Alexander Schochin. Zudem eröffnete sie eine neue Repräsentanz des Dienstleistungsunternehmens Zeppelin, das in Russland den Vertrieb von Baumaschinen samt Service organisiert. Offen zeigte sich Hoffmeister-Kraut außerdem für eine Partnerschaft bei der in St. Petersburg jährlich organisierten Deutschen Woche. Möglich wäre dort dem Vernehmen nach eine Ausrichtung durch Baden-Württemberg frühestens 2022.

„Wir werden die Beziehungen weiter pflegen“, sagte die Ministerin. Sie kündigte an, demnächst das Kabinett mit dem grünen Senior-Partner über die Reise zu informieren. Einzelne Delegationsteilnehmer sagten, es habe teils von grüner Seite wegen der politischen Spannungen mit Russland Kritik an der Reise gegeben. Die Grünen treten für einen harten Sanktionskurs gegen Russlands Politik in der Ukraine ein. Auch Hoffmeister-Kraut betonte: „Die Sanktionen sind berechtigt.“ Trotzdem dürfe der Dialog nicht abreißen.

Wirtschaftsministerium