Cyber-Angriff Kommentar zum Cyber-Angriff: Weckruf für Alle

Wirtschaftsredakteur Thomas Veitinger.
Wirtschaftsredakteur Thomas Veitinger. © Foto: swp
Ulm / Thomas Veitinger 16.05.2017

Eigentlich sollte die Welt den Erpressern dankbar sein. Der globale Cyber-Angriff hat zwar sehr viele Computer lahm gelegt und Schaden angerichtet. Gestorben ist aber wohl niemand. Das hätte aber leicht passieren können, wenn der Tüv schon Aufzüge für anfällig hält. Was ist mit Verkehrssteuerungen, militärischen Einrichtungen oder Industrieanlagen? Eigentlich sollte man denken, sie sind gesichert. Aber das hat man von den nun betroffenen Krankenhäusern auch gedacht.

Wenn Microsoft nun von einem Weckruf für Regierungen spricht, hat das Unternehmen recht. Aber warum die Schuldzuweisung? Ja, die Schwachstelle geht auf den US-Geheimdienst NSA zurück. Aber Microsoft trägt genau so viel Schuld: Alte Betriebssysteme einfach sich selbst zu überlassen, ist gefährlich. Autobauer können auch nicht einfach sagen, sie kümmern sich nicht mehr um die Sicherheit älterer Modelle. Auch die Entscheider und IT-Spezialisten müssen sich an die eigenen Nasen fassen. Warum setzen sie ein Betriebssystem ein, dessen Support 2014 endete? Nein, statt mit Finger aufeinander zu zeigen, sollte ein Zusammenschluss aller Beteiligter erfolgen. Microsoft muss Updates erzwingen dürfen. Cyber-Abwehr in einem eigenen Ministerium zu bündeln, wie es der Mittelstand fordert, ist sinnvoll. Der Cyber-Angriff muss Weckruf für alle sein.

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